Samische Küche
Nur wenige Köche lassen so viel Natur in die Küche wie die Samen, Skandinaviens Ureinwohner. Traditionelles samisches Essen basiert auf lokalen Zutaten wie Fisch, Wild, Rentier, Beeren und Kräutern. Aber auch weniger traditionelle Zutaten kommen in den Topf.
„Ich verwende beim Kochen Blut und frittierte Rentierflechten. Blutwurst ist ein traditionelles Gericht und Rentierflechte ist eine lokale Zutat“, erklärt der in Skandinavien bekannte Küchenchef Martin Jönsson, ein überzeugter Verfechter der regionalen Küche.
Heute arbeitet er als Küchenchef im Linken Restaurant & Bar, einem Tapas-Restaurant mit atemberaubender Aussicht in Narvik. Auf der Speisekarte stehen zwar vor allem spanische Tapas-Gerichte. Für einen nordnorwegischen Twist werden aber auch saisonale Zutaten aus der Region verwendet, darunter Meeresfrüchte, Wild und Beeren.
„Ich koche gerne mit Fischen und wir verwenden viel Saibling. Die Speisekarte variiert je nach Saison“, erklärt er.
Haben Sie schon einmal Rentier gekostet? Das wilde, leckere Bergaroma ist unverkennbar. Die Samen verwenden Rentiere traditionell in fast allen Bereichen ihres täglichen Lebens: das Fleisch zum Kochen, Felle und Häute für Kleidung und Schuhe.
Das exklusive Fleisch ist ein Ausgangspunkt für viele traditionelle samische Gerichte, darunter die berühmte Bidos-Suppe. Die traditionelle Suppe aus Karotten, Kartoffeln und langsam gekochtem Rentierfleisch, wird normalerweise bei samischen Hochzeiten und anderen Feierlichkeiten serviert.
Rentier steht auf den Speisekarten der besten arktischen Restaurants der Region, zum Beispiel als Rentier-Carpaccio, als Rentiergericht aus der Finnmark oder als zartes Filet. Aber Rentiere sind nicht die einzige arktische Leckerei für Fleischliebhaber...
Erstklassiges Lamm
Lamm gibt es fast überall auf der Welt, aber das exklusive Lofotlam kommt nur von den Lofoten-Inseln in Nordnorwegen. Dank der guten Zucht und des nahrhaften Weidelandes an steilen Berghängen ist das Fleisch der Lämmer schön marmoriert. Dies verleiht dem Lamm von den Lofoten-Inseln seine einzigartige Zartheit und sein unverwechselbares Aroma.
Dasselbe gilt für das Lyngenlam, das in den hohen Bergen der Lyngen-Halbinsel weidet. Sowohl das Lofotlam als auch das Lyngenlam sind von Norwegen offiziell als einzigartige Delikatesse zertifiziert und haben eine norwegische Zertifizierung für geschützte geografische Angaben.
Der Genuss der Langsamkeit
Der Anbau von Obst und Gemüse in der Arktis ist eine extreme Form der Landwirtschaft. Der Aufwand lohnt sich jedoch und beschert den Köchen in Nordnorwegen eine Fülle außergewöhnlicher Zutaten. Das immerwährende Tageslicht im Sommer entschädigt für die langen und strengen Winter nördlich des Polarkreises.
„Die Mitternachtssonne wirkt sich positiv auf den Anbau von Obst, Gemüse und Beeren aus. Kartoffeln und Wurzelgemüse sind besonders lecker und Erdbeeren, die unter der Mitternachtssonne gereift sind, schmecken wirklich köstlich“, schwärmt Gunnar Jensen von Mathallen.
Das Pflücken von Moltebeeren hat eine lange Tradition in Nordnorwegen, die Beeren wachsen hier in großen Mengen. Die goldene Beere lässt sich in eine köstliche Marmelade und in ein sehr schmackhaftes Dessert verwandeln: Multekrem (Moltebeercreme).
Wilde Moltebeeren dürfen überall gepflückt werden, nur deutlich gekennzeichnetes Privatland ist in Nordnorwegen tabu.
Sind Sie eine Naschkatze? Dann probieren Sie Kvæfjordkake, einen Kuchen aus Kvæfjord. Er ist wirklich gut! Manche nennen ihn einfach „den besten Kuchen der Welt“. Er wurde zudem zu unserem nationalen Kuchen gekrönt! Oder gönnen Sie sich ein Stück Møsbrømlefse, eine bekannte Süßigkeit aus der Gegend von Bodø und Salten.