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Siriyaporn „Mymint“ Rithisirikrerg zog als Kind in eine abgelegene Region Norwegens. Heute gehört sie zu den erfolgreichsten und talentiertesten jungen Köchinnen Norwegens. Dies verdankt sie vor allem der großzügigen Unterstützung durch ein einzigartiges Hotelteam, das lokale Talente fördern und kulinarische Erlebnisse ermöglichen will. Lernen Sie von ihnen einige der besten Spezialitäten der Lofoten kennen!

„Ich bin unglaublich neugierig. Ich liebe es, neue Dinge zu lernen, zu experimentieren und mich mit anderen zu messen", sagt Siriyaporn Rithisirikrerg, die liebevoll „Mymint“ genannt wird.

Mit gerade einmal 23 Jahren hat sie bereits beachtliche Erfolge erzielt, unter anderem: Silber beim norwegischen Wettbewerb Junger Koch des Jahres und beim Wettbewerb Nordischer Grüner Koch des Jahres; Gold beim norwegischen Wettbewerb Jeunes Chefs des Rôtisseurs. Bei der IKA/Olympiade der Köche war sie zudem Mitglied des norwegischen Seniorenteams.

Diese Leistungen wären für jeden beeindruckend. Doch für eine junge Immigrantin aus einem abgelegenen Dorf mit 50 bis 60 Häusern, umgeben von Bergen und geprägt von den rauen Nordwinden, ist das wirklich außergewöhnlich.

„Der Anfang war hart. Ich habe die Sprache nicht verstanden und die Dunkelheit und Kälte waren überwältigend“, erinnert sich Mymint.

Trost beim Kochen

Zum Glück fand sie Trost beim Kochen. Die Küche war Mymints Zufluchtsort – ob beim Kochen von scharfen thailändischen Gerichten mit ihrer Mutter oder von traditionellen norwegischen Gerichte mit ihrer Großmutter. Den frischen Fisch dafür angelte oft der Großvater.

„Ich bin dabei immer auf der Küchentheke gesessen, mit der Nase über den Töpfen und Pfannen“, lacht sie.

Nach ihrer Ausbildung zur Köchin an der weiterführenden Schule von Melbu verkaufte sie im Sommer auf den Lofoten selbstgemachte Frühlingsrollen an Touristen. Ihren gesamten Gewinn investierte sie in neue Küchenutensilien und bekam schließlich einen Ausbildungsplatz im Thon Hotel Lofoten.

Das Hotel ist für seine hervorragende Küche bekannt und setzt auf erstklassige Zutaten aus der Region. Für das Engagement bei der Ausbildung von einheimischen Talenten wurde das Hotel bereits mehrfach ausgezeichnet.

Eldorado der Fische und Meeresfrüchte

Im Herzen von Svolvær – der „Urlaubshauptstadt“ der Lofoten – vermitteln die beiden Thon Hotels ihren Gästen einen authentischen Eindruck dieser einzigartigen Region. Und das nicht ohne Stolz:

„Wir sind inmitten einer unglaublichen kulinarischen Region, mit dem Meer vor der Tür und fantastischen einheimischen Erzeugern in unserem Hinterhof. Wir bevorzugen biologische und lokale Zutaten und verwenden so viel wie möglich von dem, was gerade Saison hat“, sagt Mymint.

Das Skrei-Erlebnis

Wir besuchten die Lofoten im März und erlebten glücklicherweise die Ankunft des weltberühmten Skrei – des wandernden atlantischen Kabeljaus – zum Laichen. Dies ist zugleich der Beginn einer der wichtigsten saisonalen Fischereien der Welt.

Der Skrei ist ein unglaublich vielseitiger Fisch und hat aufgrund seiner langen Wanderung ein festes, weißes Fleisch. Er eignet sich für eine Vielzahl von Gerichten“, erklärt Mymint, während sie köstliche, mit Skrei-Bäckchen gefüllte Teigtaschen in einer kräftigen Fischbrühe serviert. Garniert mit wunderschönen essbaren Blüten aus dem Gewächshaus des Hoteldachs, vereint dieses Gericht nordnorwegische und asiatische Aromen.

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Gründervater Stockfisch

Der Großteil des Skreis wird auf Gestellen aufgehängt. Dadurch kann er in dem feuchten und windigen Klima auf natürliche Weise trocknen und dann zu Stockfisch verarbeitet werden – so wie es in dieser Region seit über tausend Jahren üblich ist.

Man sagt sogar, dass der Stockfisch Norwegen „erbaut“ hat, da viele Küstenstädte (etwa Bergen und Trondheim) dank des florierenden Handels mit ihm aufblühten.

Die Einheimischen auf den Lofoten nennen den Geruch von Stockfisch scherzhaft den „Geruch des Geldes“.

Man kann ihn trocken als proteinreichen Snack essen, oder rehydrieren und dann grillen, backen oder kochen – er macht sich sogar gut auf einer Pizza!

Mymint verwöhnt uns mit einer leckeren kleinen Kartoffel-Lefse (Tortilla) mit köstlicher Stockfisch-Creme, die wie ein Taco serviert wird.

„Das habe ich sogar den Meisterköchen serviert, die 2024 am Bocuse d'Or in Trondheim teilgenommen haben“, erzählt sie.

Foto: Fredrik Ahlsen / Visitnorway.com

Sensationeller Seetang

Ich koche auch gerne mit hochwertigem Seetang von Lofoten Seaweed. Er verleiht den Gerichten einen einzigartigen Umami-Geschmack“, schwärmt Mymint.

Lachs, Muscheln und Schalentiere sind weitere wichtige Zutaten. Manchmal werden sie kreativ auf einer traditionellen norwegischen Waffel serviert!

Die Hotels haben zwei Restaurants. Beim Menü des Gourmetrestaurants Paleo Arctic wurden die Köche von der Altsteinzeit inspiriert, einer Zeit der Jäger, Sammler und Fischer.

Es gibt zudem das moderne Brasseriet mit ausgezeichneter Küche. Neben Sharing-Menüs (bestehend aus mehreren kleinen und mittelgroßen Gerichten) und fantastischen Pizzen werden auch Fisch und Fleisch von den Lofoten serviert, zubereitet auf dem spanischen Josper-Grill oder dem japanischen Robata-Grill.

Ein arktisches Gewächshaus

„Riech mal!“, ruft Mymint und hält eine Auswahl frischer Kräuter aus dem Gewächshaus auf dem Hoteldach in die Höhe.

Obwohl das Hotel in der Arktis liegt, werden die meisten Kräuter sowie eine Vielzahl von Salaten und Gemüse angebaut. Im Sommer helfen dabei die langen Tageslichtstunden, in den dunklen Wintermonaten eine kleine LED-Beleuchtung. Auch die überschüssige Wärme aus der Küche wird nach oben geleitet.

Köstliches Lofotenlamm

Nicht nur die Delikatessen aus dem Meer sind für Lofoten-Besucher ein Muss. Das Lammfleisch aus dieser Region ist besonders zart, denn die Tiere laufen frei in den Bergen herum und ernähren sich von salzigen Algen und Gräsern.

Sowohl der aus Skrei hergestellte Stockfisch als auch das Lammfleisch von den Lofoten (Lofotlam) wurden mit dem Status der geschützten geografischen Angabe ausgezeichnet – genau wie der Champagner aus der Champagne.

„Wir wollen die meisten Zutaten von lokalen Erzeugern beziehen. Zum Beispiel das Gemüse vom Bauernhof Myklevik in Stamsund, wo wir auch unsere eigenen Kartoffeln anbauen; und der Käse von preisgekrönten Herstellern wie Aaland Gård und Lofoten Gårdsysteri“, erklärt Erik Taraldsen, der ehrgeizige Direktor des Hotels.

„Wenn wir möchten, dass Menschen in dieser abgelegenen Region leben, sich wohlfühlen und außergewöhnliche Lebensmittel entwickeln, müssen wir in sie investieren. Und sie liefern durchweg eine sehr hohe Qualität“, fügt er hinzu.

Foto: Fredrik Ahlsen / Visitnorway.com

Zurück zu den Wurzeln

„Wir wollen uns von unseren arktischen Wurzeln inspirieren lassen und mit modernen und innovativen Methoden jene Lebensmittel nutzen, die wir seit über tausend Jahren exportieren. Wir räuchern, fermentieren, pökeln und beizen verschiedene Produkte und trocknen sogar unseren eigenen Stockfisch. Außerdem ermutigen wir unsere Mitarbeiter, kreativ zu sein und zu experimentieren“, sagt Stian Haugnes, Chefkoch der Restaurants.

Haugnes wuchs in einer Fischerfamilie im hohen Norden auf, bevor er wegzog und Koch wurde. Jetzt ist er wieder zu seinen Wurzeln zurückgekehrt.

„Es ist wichtig, dass wir die einheimische Gemeinde unterstützen, sonst werden wir zu einer bloßen Kulisse. Ich bin selbst Sohn eines Fischers und habe als Kind in Henningsvær Kabeljauzungen geschnitten, wie es viele Kinder heute noch tun. Und bis ich erwachsen war, habe ich kaum Fleisch gegessen“, erzählt Haugnes, der 2023 vom norwegischen Kochverband zum norwegischen Koch des Jahres gewählt wurde.

„Heute bin ich stolz darauf, wenn ich eine bestimmte Kuh kaufen kann, die ich auf einem Feld vor einem örtlichen Bauernhof sehe – weil ich weiß, dass dieses Tier ein anständiges Leben hatte. Dadurch bekommt man einen andere Art von Respekt vor dem, was man isst. Und natürlich versuchen wir, alle Teile des Tieres zu verwenden“, fügt er hinzu.

Foto: Fredrik Ahlsen / Visitnorway.com

Arbeitsplätze schaffen

Lokale Jobs und dieFörderung und Ausbildung talentierter Einheimischer sind für die Gemeinschaft entscheidend. Das gilt vor allem für ländliche Gebiete, die von Entvölkerung und Überalterung bedroht sind.

„Wir haben hier eine sehr internationale Belegschaft, aber wir bemühen uns auch um lokale Arbeitskräfte – von jungen Leuten in ihrem ersten Ferienjob bis hin zu Ausbildungsplätzen für talentierte Einheimische wie Mymint. Es ist fantastisch zu sehen, wie sie sich neben unseren anderen einheimischen Köchen entwickeln. Wir schicken sie gerne in die Welt hinaus, damit sie an Wettbewerben teilnehmen und Erfahrungen in anderen Restaurants sammeln können. Oft kommen sie mit frischen, innovativen Ideen zurück“, sagt Haugnes.

Eine kulinarische Pionierin

„Das Thon-Team bedeutet mir alles. Hier fühle ich mich sicher und wohl, hier kann ich wachsen und mich messen“, schwärmt Mymint.

Eine der wenigen weiblichen Spitzenköche des Landes zu sein, kann sowohl inspirierend als auch herausfordernd sein.

„Es ist wichtig, Pionierarbeit zu leisten. Es ist ein anspruchsvoller Beruf und man braucht Kraft, um dabei zu sein und um sich durchzusetzen. Aber ich liebe das“, erklärt sie.

Wenn sie nicht gerade den Kochlöffel schwingt, findet man Mymint auf Wanderwegen in der wilden Bergwelt – die direkt hinter ihrer Küchentür beginnt.

„Die Natur gibt mir neue Kraft“, sagt sie.

Buchen Sie Ihren Aufenthalt im Thon Hotel Lofoten oder Thon Hotel Svolvær.

Das Norwegische Kochbuch

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