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LUTEFISK

Eine einzigartige norwegische Tradition zu Weihnachten

Trauen Sie sich, das typisch norwegische Weihnachtsessen zu kosten?

Zunächst ist Lutefisk einfach nur Stockfisch. Dieser wird allerdings in Wasser eingeweicht, dann in Lauge gelegt und schließlich wieder in Wasser eingeweicht!

Wie um alles in der Welt ist jemand auf so eine seltsame Idee gekommen?

Lutefisk gehört zu den ältesten norwegischen Weihnachtstraditionen – möglicherweise ist es sogar DAS ursprüngliche norwegische Weihnachtsessen!

Viele Norweger treffen sich jeden Dezember zum Lutefisklag, einem gemeinsamen Lutefisk-Abendessen. In vielen Restaurants ist Lutefisk eine saisonale Spezialität.

Die ungewöhnliche Konsistenz könnte Ihre Geschmacksnerven durchaus herausfordern. Sogar bei den Norwegern scheiden sich bei diesem Thema die Geister – manche lieben ihn, andere hassen ihn.

Aber in einem sind sich alle einig: Die Magie liegt größtenteils in den köstlichen Beilagen!

Norwegen hat einige Weihnachtstraditionen, doch der Lutefisk ist der kulinarische Star in der Manege! Manche Norweger können sich Weihnachten ohne Lutefisk nicht vorstellen. Doch wie wurde das skurrile und wunderbare Gericht zu einer der ältesten norwegischen Weihnachtstraditionen?

Lutefisk hat in Norwegen eine lange kulinarische Tradition. Vor der Reformation im Jahr 1536 wurde die Fastenzeit vom 1. Dezember bis zum Weihnachtstag gefeiert. In der Fastenzeit durften Christen nur Fisch essen, auch an Heiligabend.

Norwegen hat zwar eine lange Küste, aber nicht jeder konnte früher rechtzeitig frischen Fisch für ein festliches Weihnachtsessen bekommen. Deshalb fand man neue Wege und verwendete konservierten Fisch. Vor allem in den Tälern Ostnorwegens setzte man auf Rakørret – ein Fischgericht aus zwei bis zwölf Monaten gesalzener und fermentierter Forelle. Andere bevorzugen Persetorsk – ein Gericht aus in Zucker gesalzenem Kabeljau, der vor dem Verzehr einige Tage lang zusammengepresst wird. So ist es in der Gegend der Hansestadt Bergen üblich. Nicht zuletzt war Lutefisk eine beliebte Wahl in ganz Norwegen.

Obwohl niemand den genauen Ursprung von Lutefisk kennt, gibt es ein paar lustige Theorien. Erfahren Sie hier mehr darüber!

Die Geschichte des Lutefisk

Lutefisk wird bereits im 15. Jahrhundert urkundlich erwähnt. In seiner Arbeit Historia de Gentibus Septentrionalibus (Geschichte der nordischen Völker) beschreibt Olaus Magnus, wie Lutefisk behandelt und konsumiert wird:

„Der trockene Stockfisch wird zwei Tage lang in starker Lauge belassen. Dann wird er einen Tag lang in frischem Wasser abgespült und anschließend gekocht und gegessen. Es wird mit gesalzener Butter serviert und genießt selbst bei Königen hohes Ansehen!“

Angefangen hat alles mit Skrei: Dieser arktische Kabeljau wandert jeden Winter von der dunklen und kalten Barentssee an die Küste Nordnorwegens und sucht sich einen Ort zum Laichen. Daraus entsteht eine der größten und berühmtesten Saisonfischereien der Welt! Getrockneter Skrei – Stockfisch genannt – wurde im zwölften Jahrhundert zum wichtigsten Exportprodukt Norwegens. Skrei war tatsächlich entscheidend für den Aufbau und die Besiedelung Norwegens!

Warum Lauge?

Es gibt viele Mythen über den Ursprung der Verwendung von Lauge zur Konservierung. Doch niemand weiß, wann und warum die Norweger damit begannen, Stockfisch einzuweichen und mit Lauge zu behandeln. Laut einer Theorie brannte einmal ein Lagerhaus für Stockfisch nieder. Der Fisch lag daraufhin in der alkalischen Asche und wurde durch den Regen nass. In dieser Zeit war es undenkbar, essbare Lebensmittel wegzuwerfen – also wurden die Fische gereinigt und gekocht.

Eine ähnliche Geschichte erzählt von Kabeljau, der zum Trocknen auf Birkengestellen aufgehängt worden war, und dabei Feuer gefangen hatte. Jemand löschte das Feuer mit Wasser. Später wurden die Fische von der Asche befreit, gereinigt und probeweise gekocht – um zu sehen, ob die Fische noch essbar waren. Und sie waren nicht nur essbar, sondern wirklich köstlich!

Laut einer weniger sensationellen Theorie verwendete eine ungeduldige Seele Lauge, um den Stockfisch schneller zu entwässern und Holz zu sparen – das Resultat war Lutefisk.


Variationen und Beilagen

Wie Lutefisk serviert wird und was dazu serviert werden sollte, ist regional sehr unterschiedlich. In Fjord Norwegen gehören Erbsenpüree, Salzkartoffeln und Speckwürfel zu den bevorzugten Beilagen. In Trøndelag serviert man Lutefisk am liebsten mit Sirup und Braunkäse. Manche essen ihn gerne mit Kohlrabipüree, andere lieben Lutefisk in einem Kartoffelfladen-Wrap mit Butter und Kartoffeln.

Bei Lutefisk gibt es kein Richtig oder Falsch. Probieren Sie also gerne Ihre eigenen Kombinationen aus und verwenden Sie Ihre Lieblingsbeilagen.

Lutefisk erobert die Welt

Lutefisk finden Sie nicht nur in Norwegen, sondern auch in Schweden, Finnland und den USA. Es gibt jedoch einige Variationen. Während die Norweger am häufigsten Kabeljau verwenden, setzen die Schweden und Finnen (aufgrund des zunehmenden Mangels an Kabeljau in ihren Gewässern) oft auf Leng.

In US-Bundesstaaten wie Minnesota und Wisconsin ist Lutefisk aufgrund der skandinavischen Einwanderer seit mindestens 160 Jahren eine beliebte Tradition. Dass sich die Tradition in den USA so gut gehalten hat, liegt möglicherweise daran, dass der Verzehr von Lutefisk eng mit der Bewahrung der nordischen Identität verbunden ist.

Das Norwegische Kochbuch

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