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Haben Sie schon einmal davon geträumt, den Alltag einfach hinter sich zu lassen, Ihre wichtigsten Sachen zu packen und für Tage – oder gar Monate – in der Natur zu wandern? Genau das tat Espen auf seiner 53-tägigen Reise von Ost nach West.

Den breitesten Teil Norwegens durchqueren – 640 Kilometer

Für die Durchquerung Norwegens stehen unzählige Routen zur Auswahl. An der schmalsten Stelle wandert man die Route in 35 Minuten, während die längsten Abschnitte Monate dauern. Das Wichtigste ist, die Route nach eigener Motivation, der zur Verfügung stehenden Zeit und nicht zuletzt dem Können zu wählen.

Espen durchquerte Norwegen im Alter von 26 Jahren an seiner breitesten Stelle, nur begleitet von seiner Hündin Maja – doch dies war nicht seine erste lange Reise, die er allein unternahm. Drei Jahre zuvor radelte er allein durch ganz Norwegen: 2518 Kilometer vom Nordkap im hohen Norden bis in den Süden nach Lindesnes.

„Ich möchte etwas machen, was nicht jeder kann. Etwas, das im Grunde schwer zu erreichen ist. Am meisten motivieren mich dabei vielleicht die Erlebnisse in der Natur. Ich liebe es, in der Natur zu sein“, schwärmt Espen.

Bereit für das Abenteuer

Im Sommer 2016 waren er und sein Hund startklar. Dies war die geplante Route für die lange Expedition:

  • Start südlich von Femunden
  • Paddeln über den See von Elga
  • Fähre nach Sæter
  • Wanderung durch die Berge von Rondane, Dovrefjell, und Tafjord
  • Überquerung der Sunnmøre Alpen
  • Großes Finale beim Westkap in Stad

Herausforderungen

Bei der Planung der Route wollte der heute 32-jährige Espen durch einen möglichst breiten Teil Norwegens wandern. Außerdem wollte er so viel wie möglich allein sein.

„Allein auf einer langen Tour zu sein, ist eine Herausforderung, der ich mich stellen wollte. Aber egal, wohin Sie reisen: Es gibt Nationalparks oder Straßen mit anderen Besuchern. Also habe ich absichtlich Routen hinzugefügt, auf denen die Chance, andere zu treffen, minimal war.“

Gleichzeitig musste er manchmal einige Touristenhütten und Treffpunkte besuchen, um vorab zugesandte Lebensmittel abzuholen.

Vor seiner Reise machte ihn vor allem die Navigation nervös. Doch auch hier wählte er nicht die einfachste Option.

„Man kann immer dem GPS folgen, doch das Zurechtfinden mit Karte und Kompass gibt mir ein stärkeres Gefühl, etwas zu meistern. Es macht die Reise ein wenig realer. Es war eine große Herausforderung. Eine weitere Herausforderung waren die langen täglichen Märsche mit einem ca. 35 Kilo schweren Rucksack“, erzählt er.

Respekt vor der Tierwelt

Während der 54-tägigen Reise gab es einige Überraschungen. Unter anderem sahen Espen und seine Hündin Maja viele Tiere, darunter sogar die seltenen Moschusochsen in Dovrefjell. Espen beschrieb die Erfahrung in seinem Reisetagebuch:

Auf dem Weg nach oben begegneten uns mehrere Moschusochsen, darunter eine Kuh mit Kalb und ein Ochse, die mitten auf unserer Route standen. Es war eine unglaubliche Erfahrung, ihnen so nahe zu sein. Doch wir achteten auf einen Sicherheitsabstand von etwa 200 Metern. Wir wateten daher noch etwas weiter durch den Fluss, um ihnen auszuweichen.

Moschusochsen sind normalerweise keine aggressiven Tiere. Wenn man der Herde zu nahe kommt, können sie sich jedoch provoziert fühlen. Wenn Sie Moschusochsen hautnah erleben möchten, nehmen Sie mit einem professionellen Guide an einer Moschusochsen-Safari teil.

Zen-Modus

Espen und viele andere Urlauber wollen bei Reisen in die Wildnis vor allem vom Alltag abzuschalten. Um wirklich dem Alltag zu entfliehen, ist laut ihm eines wichtig:

„Wenn ich auf eine Reise in die Wildnis gehe, muss ich mehrere Wochen weg sein, nicht nur ein langes Wochenende. Nur dann habe ich wirklich die Zeit, mich zu entspannen und zu genießen, und muss mir keine Sorgen machen, dass in drei Tagen wieder das normale Leben beginnt. Man muss einfach wirklich in den Zen-Modus kommen.“

Doch es ist nicht nur die Faszination des Lebens unterwegs, Espen hat auch andere Gründe für sein Hobby:

„Es sind in erster Linie die Wander- und Naturerlebnisse, die ich suche. Aber auch etwas oberflächlicher betrachtet: Es bedeutet etwas, sagen zu können, dass ich das Ziel erreicht habe, das ich mir gesetzt habe. Das ist ein Motivationsschub. Deshalb war es eigentlich so wichtig, das Westkap zu erreichen und dort zu stehen.“

Ein neues Interesse

Espens Faszination für die Natur ist relativ neu.

„Wie ich selbst, muss man für Abenteuer in der Natur nicht unbedingt in einer naturverbundenen Familie aufgewachsen sein. Man kann später selber damit anfangen. Erst ein Wochenende, dann vielleicht eine Woche und so weiter. Du probierst es aus und lernst“, erklärt er.

Espen war fasziniert von den Geschichten anderer Wanderer, die den langen Weg von Femunden zum Westkap gegangen waren. So beschloss er, in den nächsten drei Jahren dieselbe Tour zu absolvieren.

„Ich habe dann angefangen, das Zeltaufbauen, das Feuermachen, die Navigation und all die grundlegenden Fähigkeiten zu üben, die man braucht, um alleine zu überleben“, erzählt er.

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