Mythisches Norwegen
Laut der Wissenschaft wurden Norwegens wilde Landschaften von der Eiszeit geformt.
Aber Sie sind nicht wegen dieser Geschichte hier, oder?
“Wir sind in diesem Wald keineswegs allein.”
Merete
Einheimische Försterin
Trolle, Geister und verborgene Waldbewohner – manche sind nie verschwunden. Sie warten im Schatten …
… oder sie sind zu Stein geworden und bilden heute die Gipfel um uns herum.
In Norwegen sind die Wunder der Natur voller Geschichten – sie prägen nicht nur das Land, sondern auch die Art und Weise, wie Norweger ihre Welt sehen.
Erfahren Sie mehr über die Wissenschaft hinter Fjorden und Bergen
Norwegens geologische Geschichte reicht fast drei Milliarden Jahre zurück. Die Landschaft des Festlands ist geprägt von langfristiger Hebung und Erosion. Gletscher vertieften in den letzten 2,5 Millionen Jahren (Eiszeiten des Quartärs) alte Flusstäler.
Norwegens Landschaft verändert sich ständig. Nach und nach wird das Land vom Wetter sowie von Gletschern und Flüssen geformt, die Sand und Steine in Seen und Fjorde tragen. Manchmal verwandelt die Natur das Land ganz plötzlich, etwa durch Überschwemmungen, Erdrutsche oder Felsstürze. Auch heute noch hebt sich das Land Zentimeter für Zentimeter – befreit vom Gewicht der gewaltigen Eisschilde, die nach der letzten Eiszeit schmolzen.
Quelle: Store Norske Leksikon
Was hat Norwegen geformt?
Haben Sie sich je gefragt, warum die Welt so aussieht, wie sie aussieht? Warum Berge so steil emporragen, Täler die Landschaft so tief einschneiden, und Fjorde sich wie Adern durch das Land schlängeln?
In Norwegen liegen die Antworten sowohl in der Wissenschaft als auch in der Folklore.
Aus rauen Klippen schauen Trollgesichter hervor, Nasen ragen aus Felsen heraus, Höhlen gähnen wie offene Münder.
Eine verborgene Unterwelt
Geschichten wurden über Generationen hinweg von Dorf zu Dorf weitergegeben.
Kindern wurden Geschichten über Seeungeheuer und Waldgeister erzählt – nicht nur zur Unterhaltung, sondern auch als warnende Hinweise, die sie von tückischen Mooren, tiefen Seen und gefährlichen Küsten fernhalten sollten. Diese Mythen sollten die Kinder schützen.
“In der norwegischen Geschichte gibt es seit langem einen Glauben an eine parallel existierende Unterwelt.”
Sverre
Kunsthistoriker, Kittelsen-Museum
Nur wenige haben diese mythischen Geschichten so eindrucksvoll eingefangen wie Theodor Kittelsen (1857–1914), einer der bekanntesten Künstler Norwegens – er ist bis heute als „Trollmaler“ bekannt.
Im Nationalmuseum in Oslo entdecken Sie einige seiner faszinierenden Werke.
Kunst von Theodor Kittelsen: Die schwer fassbare Huldra lockt Männer in den Wald und scheint von vorne wunderschön – eine trügerische Illusion, denn ihr Rücken ist hohl, und ein Kuhschwanz verrät ihre wahre Natur. Wer ihr folgt, kehrt womöglich nie zurück. Der Draugen, eine geisterhafte Gestalt, steigt aus dem Meer und warnt vor Stürmen, während der wandelbare Wassergeist Nøkken Menschen mit geisterhafter Fiedelmusik an Seen lockt. Und wer ganz still unter einem Wasserfall lauscht, hört vielleicht Fossegrimen auf seiner Harfe spielen.
Norwegische Märchen
Vor der Küste von Helgeland thront der Torghatten wie eine riesige Kuppel mit einem enormen Loch in der Mitte.
Der Legende nach ist dies kein Werk der Natur.
Torghatten – der Berg mit dem Loch
Der legendäre Torghatten auf der Insel Torget nahe Brønnøysund in Nordland ist berühmt für seinen natürlichen Tunnel, der 160 Meter lang, 35 Meter hoch und bis zu 20 Meter breit ist.
Das während der skandinavischen Eiszeit geformte Loch lebt auch in einer örtlichen Legende fort: Ein eifersüchtiger Troll schoss einen Pfeil auf eine fliehende Jungfrau, doch ihr Beschützer, der Troll Sømna, warf seinen Hut in die Flugbahn. Der Pfeil durchbohrte den Hut, und als er ins Meer fiel, ging die Sonne auf – und verwandelte sie alle zu Stein. So soll die heutige Berglandschaft entstanden sein.
Bei einem Spaziergang durch den Tunnel des Torghatten kommt es einem so vor, als würde man einen Ort betreten, an dem die Zeit eingefroren ist. Ein Pfad führt Sie in etwa 25 bis 30 Minuten hinauf zur Öffnung – bitte seien Sie unterwegs vorsichtig.
Die Sage von Torghatten ist Teil der größeren Erzählung über die Entstehung der Helgeland-Berge. Heute können Sie diese legendären Berge selbst erleben: Dønnamannen, Hestmannen, Lekamøya und Vågakallen auf den Lofoten-Inseln.
Erfahren Sie in diesem Video mehr über die Sage von Torghatten.
Jutulhogget – die Schlucht des Riesen
In Østerdalen zieht sich die dramatische Schlucht Jutulhogget wie eine Narbe durch die Landschaft. Sie gehört zu den größten Schluchten Nordeuropas und wurde in der letzten Eiszeit vor rund 10.000 Jahren geformt. Inzwischen wurde sie von der International Union of Geological Sciences (IUGS) in die Liste der 100 Stätten des geologischen Erbes aufgenommen. Ihre Felswände und Hänge beherbergen eine einzigartige Pflanzenwelt – mit Arten, die sonst nirgendwo im Gebirge vorkommen.
Laut dem Volksmund ist die Schlucht jedoch nicht durch Eis oder Wasser entstanden, sondern durch den Zorn eines „Jutul“ (Riesen) aus den Bergen. Verärgert über seinen Rivalen in Rendalen, hackte der Riese in die Erde, um den See seines Nachbarn abzulassen. Der Mythos verleiht dem Ort eine wilde, zeitlose Erhabenheit, die man noch heute spüren kann, wenn man am Rand der Schlucht steht.
Genießen Sie die Aussicht von oben oder erleben Sie das Naturwunder hautnah beim Abstieg auf dem steilen Pfad – aber passen Sie auf, dass Sie keine Steine lostreten!
… ist dies das Werk eines gigantischen Jutuls?
Jotunheimen – das Reich der Giganten
In der nordischen Mythologie war Jotunheimr die Heimat der „Jotner“. Diese gewaltigen Frostriesen standen den Göttern feindlich gegenüber und wurden oft mit den Urkräften der Natur – wie Eis, Stürmen und Bergen – in Verbindung gebracht.
Heute ist das Jotunheimen-Gebirge ein Nationalpark mit schroffen Gipfeln, Gletschertälern und dem höchsten Berg Nordeuropas, dem Galdhøpiggen. Hier wandert man umgeben von Stille und Stein und versteht sofort, warum sich unsere Urahnen vorstellten, dass Riesen dieses Land durchschritten.
Entdecken Sie Jotunheimen – und lassen Sie sich verzaubern!
Trollheimen – die Heimat der Trolle
Trollheimen, die „Heimat der Trolle“, ist ein Gebirge in Mittelnorwegen, wo gezackte Gipfel über grüne Täler und klare Flüsse ragen. Der Name geht auf alte Erzählungen über Trolle zurück – riesenhafte Wesen, die durch Norwegens Berge und Wälder streiften. Doch sie wagten sich nur bei Nacht hervor, denn eines fürchteten sie wirklich: das Sonnenlicht.
Blieben sie zu lange, wenn die ersten Strahlen des Morgens das Land berührten, erstarrten sie für immer zu Stein. Haben Sie schon einmal genau hingesehen und einen versteinerten Troll erkannt?
Troll-Knigge
1. Respektieren Sie den Wald 🌲
Gehen Sie achtsam – Bäume, Felsen und Bäche sind die Heimat von Trollen, Huldra und anderen verborgenen Geistern. Wer sie stört, bekommt es mit ihrem Schabernack zu tun!
2. Leise sprechen 🎶
Singen, lachen oder sprechen Sie immer nur leise. Lautes, unhöfliches Verhalten kann Trolle und Waldgeister erzürnen.
3. Bleiben Sie auf dem Weg 🥾
Wanderer, die sich zu weit entfernen, könnten sich verirren – oder von einer schelmischen Huldra in die Irre geführt werden.
4. Hinterlassen Sie nichts zurück 🌿
Nehmen Sie Ihren Müll mit. Trolle mögen keinen Abfall in ihren Bergen, Wäldern und Fjorden.
5. Seien Sie neugierig, nicht gierig 👀
Bewundern Sie Natur und mythische Orte, aber nehmen Sie keine Steine, Pflanzen oder Schätze mit – sie gehören dem Land (und vielleicht den Trollen).
6. Respektieren Sie die Tierwelt 🦌
Beobachten Sie Tiere aus der Ferne. Das Jagen, Füttern oder Verfolgen von Tieren kann ihre versteckten Wächter verärgern.
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Die Wellen vor Norwegens rauer Küste flüstern noch heute Wikingersagen und Geschichten von Göttern und Monstern.
Sagen sind tief in der nordischen Mythologie und der Wikingerzeit verwurzelt – Erzählungen von Helden, Göttern und epischen Schlachten, die einen Einblick geben, wie unsere Vorfahren die Welt sahen.
St. Olav und die Midgardschlange
Eine der berühmtesten Persönlichkeiten dieser Sagen ist St. Olav, auch bekannt als Olav Haraldsson, der von 1015 bis 1028 König von Norwegen war. Seine größte Bedeutung erlangte er jedoch nach seinem Tod in der berühmten Schlacht von Stiklestad im Jahr 1030 – ein Wendepunkt, der zur Vereinigung Norwegens und zum Aufstieg des Christentums als Hauptreligion beitrug.
Laut den Sagen ging St. Olav bereits mit zwölf Jahren auf Wikinger-Expeditionen. Auf einer dieser Reisen segelte er an der norwegischen Küste nach Süden, um seinen Feinden bei Egersund zu entkommen. Als er gezwungen war, sein Schiff an Land zu bringen, spaltete er den Fels mit dem Kiel seines Schiffes.
Erfahren Sie in diesem Video mehr über die Sage von St. Olaf:
Eine andere Sage erzählt von St. Olavs Begegnung mit der bösen Midgardschlange (St. Olavsormen) auf einem Feld, das heute Teil des Magma UNESCO Global Geoparks ist. Als der König die Schlange besiegte, soll ihr Körper zu dem langen, grasbewachsenen Hügel geworden sein, den man dort noch heute sieht.
Quelle: Magma Geopark / Store Norske Leksikon
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