Skip to main content

Süß, hässlich oder doch etwas gruselig? Trolle trifft man in ganz Norwegen. Seit Tausenden von Jahren faszinieren mysteriöse Felsformationen und Berge mit trollhaften Formen die Menschen in ganz Norwegen. Lernen Sie die norwegischen Trolle ein bisschen besser kennen!

Einst streiften diese eigenartigen und gefährlichen Kreaturen frei durch die geheimnisvollen norwegischen Berge und Wälder. Doch die Trolle wagten sich ausschließlich nachts im Dunkeln raus. Denn nur eines konnte einen echten Troll erschrecken: das Sonnenlicht.

Wenn sie sich nicht rechtzeitig verstecken, werden Sie durch die ersten Sonnenstrahlen in Stein verwandelt. Und deshalb kann man immer noch ihre Gesichter und Körper sehen, die im ganzen Land in die Berghänge, Klippen und Steine gemeißelt sind.

Also, wer sind die Trolle? Sie können groß und unheimlich sein. Einige sind sogar gigantisch, wie ein riesiger Berg. Andere sind klein und verspielt. Manche haben einen Kopf, andere drei. Viele haben nur ein Auge.

Im Laufe der Zeit trauten sich die Trolle aus ihren Wäldern hervor und sind nun Teil der traditionellen Folklore. Auch wenn die meisten Menschen nicht mehr an diese Fabelwesen glauben, werden Kindern die Geschichten rund um Troll, Jotner und Nisser immer wieder erzählt. Trolle sind ein wichtiger Teil unseres kulturellen Erbes – jeder Norweger kann Ihnen erzählen, wie sie aussehen und wie sie zur Natur und den Traditionen des Landes gehören.

Doch wo hat alles angefangen?

Die Geschichte der Trolle

„Wir wissen nicht genau, wann oder wo es begann. Sie sind aber Teil der mündlichen Überlieferung und tauchen schon seit dem Mittelalter in unseren ersten schriftlichen Quellen und Sagen auf. Wir wissen auch nicht, wie lang sie schon in den Köpfen der Menschen wohnen, aber wohl schon sehr lange“, sagt Ane Ohrvik, Professorin für Kulturgeschichte und Museologie an der Universität Oslo.

Sie weiß mehr über diese Fabelwesen als die meisten anderen.

Norwegens hohe Berge, tiefe Fjorde, große Wälder und dunkle Winternächte formen natürlich eine perfekte Kulisse für scheinbar übernatürliche Phänomene. Was auch immer die Leute nicht verstehen, müssen sie auf die eine oder andere Weise erklären – und in Norwegen kommen da die Trolle ins Spiel.

„Trolle sind eher Fantasiefiguren. Doch in der Vorstellung vieler Menschen wurde die Natur von verschiedenen Arten von Kreaturen bewohnt. Menschen lebten Seite an Seite mit diesen Kreaturen, die mehr oder weniger sichtbar und mehr oder weniger gefährlich waren. Einige Trolle waren auf die fiktive Welt beschränkt, während andere eine reale Dimension hatten und Leute bestimmte Vorsichtsmaßnahmen treffen mussten, um sich vor ihnen zu schützen“

Unabhängig von der Art des Trolls: Meistens sind sie gefährlich und obskur. Sie sind zwar dumm, geben bei einer Begegnung jedoch manchmal clevere Rätsel auf.

Trollmärchen

Viele alte Volksmärchen handeln von Trollen. Eine der ersten schriftlichen Quellen, die Trolle erwähnen, ist das berühmte Buch Edda aus der Zeit um 1220. Doch die meisten Gute-Nacht-Lieder und Abenteuergeschichten – die alle norwegischen Kinder kennen und lieben – sind dank eines abenteuerlustigen Duos namens Asbjørnsen und Moe erhalten geblieben. So wie die Brüder Grimm sammelten Asbjørnsen und Moe von 1837 bis 1871 Märchen aus verschiedenen Teilen Norwegens.

In vielen dieser sehr beliebten Geschichten spielen Trolle die Hauptrolle.

Der berühmte Trollmaler

In den alten Märchen wurden die Trolle in ein schlechtes Licht gerückt. Meistens wurden sie einfach nur als groß, stark und hässlich beschrieben. Heute kann man jeden Norweger fragen, wie ein Troll aussieht – und dank des norwegischen Malers Theodor Kittelsen werden die Antworten sehr ähnlich sein.

Kittelsen ist bekannt für seine Illustrationen norwegischer Folklore und prägte die Vorstellungen der Norweger von Trollen und anderen Fabelwesen. Die Trolle Kittelsens sind grotesk und gruselig-schön, inspiriert von der Landschaft Nord- und Ostnorwegens. Kittelsens Interpretation von Trollen definiert seit langem, wie norwegische Trolle „tatsächlich aussehen“.

Als ausgesprochen literarischer bildender Künstler, verfasste Kittelsen auch Texte zu seinen Zeichnungen. Viele Werke des berühmten Trollmalers entdecken Sie im Nationalmuseum in Oslo. Sie können auch Kittelsens Haus Lauvlia in Numedal besuchen. Heute beherbergt es eine große Sammlung von Kittelsens Skizzen und ein Museum, wo Sie an einer Führung teilnehmen können.

Dovregubbens Vermächtnis

Der berühmteste Troll Norwegens ist ohne Zweifel der Trollkönig von Dovregubben aus der Feder des Nobelpreisträgers Henrik Ibsen. Dessen vielleicht berühmtestes Werk – Peer Gynt – inspirierte zudem den Komponisten Edvard Grieg zu dem weltberühmten Orchesterstück I Dovregubbens hall (In der Halle des Bergkönigs).

Trolle als Helden der Leinwand

Trolle sind seit langem Teil unserer Popkultur. Manchmal sind es die süßen und freundlichen Trolle im Disney-Film Trolls, dann wieder die großen und dummen Trolle aus Herr der Ringe oder die animierten Trolle in der Netflix-Serie Trollhunters.

Es gibt auch mehrere norwegische Trollfilme. The Trollhunter (2010) nutzte viele Aspekte der norwegischen Folklore in Bezug auf das Verhalten der Trolle. Kittelsens Zeichnungen dienten als Inspiration für das Erscheinungsbild der Trolle. Der Film wurde in Norwegen sowie international mehrfach ausgezeichnet.

Im Dezember 2022 brach der norwegische Film Troll (2022) auf Netflix mehrere Weltrekorde. Schon in der ersten Woche wurde er über 75,86 Millionen Stunden angesehen – die auf Netflix erfolgreichste Premierenwoche aller Zeiten für einen nicht englischsprachigen Spielfilm. Tief im Dovrefjell-Gebirge wird ein Troll nach einem 1000-jährigen Schlaf erweckt. Die Kreatur zerstört alles auf ihrem Weg und bewegt sich schnell auf die Hauptstadt zu. Wie stoppt man etwas, von dem man nicht einmal wusste, dass es existiert?

Der Film führt Sie durch viele berühmte Teile Norwegens – und Sie können auch selbst in die Fußstapfen des berühmten Trolls treten!

Wenn Sie mehr über Trolle erfahren möchten, sind diese Filme definitiv gute Ausgangspunkte.

Trolle im Internet

Auch die Trolle konnten sich nicht vor der Digitalisierung verstecken. Das schlechte Benehmen der Trolle hat sogar die moderne Sprache beeinflusst. Trolling ist zu einem internationalen Ausdruck für (Sie haben es erraten!) unhöfliches und ungezogenes Verhalten im World Wide Web geworden. „Troll“ ist auch Internet-Slang für eine Person, die absichtlich versucht, Konflikte oder Feindseligkeiten in einer sozialen Online-Community zu schüren.

Aber keine Sorge. Die Trolle, denen Sie in der norwegischen Natur begegnen, sind wahrscheinlich schon seit Hunderten von Jahren versteinert und nicht mit den Internettrollen verwandt. Und die kleinen Trolle in den vielen Souvenirläden sind süß und nett genug, um mit nach Hause genommen zu werden!

Allerdings gibt es ein paar Orte, an denen Sie nach den echten Trollen Ausschau halten müssen, die immer noch durch die Wälder streifen …

Wo Trolle leben

In Norwegen stehen viele Orte mit Trollen in Verbindung. Einer der berühmtesten ist der Trollstigen. Diese Straße windet sich durch elf Haarnadelkurven den Berghang hinauf. Entlang der Route finden Sie Schilder, die vor den Trollen warnen – passen Sie also auf, keinen der Trolle aus dem tausendjährigen Schlummer zu wecken!

Die Trolle leben über ganz Norwegen verteilt. Gehen Sie auf Entdeckungsreise und finden Sie die Trolle!

Nachfolgend können Sie eine der Geschichten lesen, die seit Generationen erzählt werden:

Vor kurzem angesehene Seiten