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Two girls drinking coffee
A woman having a good time in the garden at the farm Hoel Gård at Nes, Eastern Norway.
A woman sitting in front of the The Fjord Mirror in Nes Gard in Luster
Couple drinking coffee in bed

Verrückt nach Kaffee!

So wurde Kaffee zu einem Teil der norwegischen Identität

So werden Norweger wach.

So atmen Norweger mal durch.

So machen es sich Norweger gemütlich.

In Norwegen gibt es immer einen Grund für einen guten Kaffee.

Wir gehören zu den größten Kaffeetrinkern der Welt. In den letzten zwei Jahrzehnten hat sich die Kaffeekultur unseres Landes weit über den klassischen Filterkaffee hinausentwickelt – schlechter Kaffee interessiert uns nicht die Bohne.

Kaffee ist in Norwegen allgegenwärtig.

Er wird vor Besprechungen serviert, steht für alle am Küchentisch und Gäste bekommen ihn unaufgefordert. „Wollen wir einen Kaffee trinken gehen?“ bedeutet oft viel mehr als der Kaffee selbst.

Die Frage bedeutet eigentlich: Lass uns reden.

„Es ist fast schon kulturprägend“, sagt Bjørn Grydeland von Norsk Kaffeinformasjon, dem norwegischen Kaffeeverband.

„Es spiegelt Werte wider, die tief mit der norwegischen Identität verbunden sind.“

Sich treffen und Kaffeetrinken gehören in Norwegen zusammen – unkompliziert, für alle zugänglich und ohne großen Aufwand.

„Kaffee ist neutral“, sagt Grydeland. „Man braucht keinen Alkohol, kein Essen und keinen besonderen Anlass.“

Two people sitting in Domen viewpoint by Biptope in Varanger, Northern Norway
Woman drinking coffee in the 1994 Lillehammer OL sweater
Coffee cooking near an open fire

Genießen Sie die Aussicht? In der Thermoskanne ist immer Kaffee.

Turkaffe = Wanderkaffee, das perfekte Getränk für eine Pause!

Die Norweger haben sogar eine spezielle Wander-Tasse namens „Snyltekopp“ (Schnorrerbecher) – man weiß ja nie, wann einem jemand einen Kaffee anbietet!

Ein Nationalgetränk

Norwegens Beziehung zum Kaffee reicht Hunderte von Jahren zurück.

Zunächst war Kaffee den Wohlhabenden vorbehalten. Doch im Laufe des 19. Jahrhunderts, als Alkohol zu einem wachsenden gesellschaftlichen Problem wurde, etablierte sich Kaffee zunehmend als nüchterne Alternative.

Nach und nach wurde Kaffee fester Bestandteil des norwegischen Alltags – und zum Anlass für ein geselliges Beisammensein.

Schließlich wurde er zu einem Nationalgetränk.

Auch heute noch gehört Norwegen zu den Ländern mit dem weltweit höchsten Kaffeekonsum – beim Pro-Kopf-Verbrauch oft an zweiter Stelle hinter Finnland.

Und trotz veränderter Gewohnheiten und jüngerer Generationen, die etwas weniger Kaffee trinken als früher, nimmt Kaffee im norwegischen Leben nach wie vor eine ungewöhnlich starke Stellung ein.

Nach Angaben des norwegischen Kaffeeverbandes trinken zwei von drei Norwegern jeden Tag Kaffee.

Woman drinking coffee at Boen Gård

Statistiken zufolge ist der Morgenkaffee der wichtigste Kaffee von allen.

Mehr als nur Koffein

Laut Grydeland ging es beim Kaffee in Norwegen eigentlich nie um Luxus.

Es geht um eine unbeschwerte Zeit.

„Kaffee ist unkompliziert“, sagt er. „Man braucht keinen besonderen Anlass. Es ist für Norweger eine einfache Art, Zeit miteinander zu verbringen.“

In vielerlei Hinsicht passt Kaffee perfekt zur norwegischen Kultur: praktisch, informell und unaufgeregt gesellig.

Er lockert Unbeholfenheit auf. Schafft Pausen. Gibt Menschen einen Grund, sich zusammenzusetzen – ohne eine große Sache daraus zu machen.

Das erklärt vielleicht auch, warum sich die Kaffeekultur durch alle Gesellschaftsschichten zieht.

Jeder trinkt Kaffee.

Oder zumindest fast jeder.

Sogar Eiskaffees nach italienischer Art haben ihren Platz in der norwegischen Kaffeekultur gefunden.

In einer der besten Espressobars der Welt, dem Tim Wendelboe in Oslo, ist der Cappuccino al Freddo zu einem Markenzeichen geworden.

Vom Filterkaffee zu Weltmeistern

Jahrzehntelang drehte sich die norwegische Kaffeekultur um starken Filterkaffee und eine einfache Zubereitung.

Dann änderte sich etwas.

Gegen Ende der 1990er und Anfang der 2000er Jahre veränderte Spezialitätenkaffee das Verständnis der Norweger von Kaffee grundlegend. Plötzlich war es den Menschen wichtig, woher die Bohnen kamen, wie sie geröstet wurden und wie Kaffee eigentlich schmecken konnte.

Norwegen brachte fortan auch Weltmeister hervor.

Baristas und Kaffeeröster aus Norwegen landeten bei internationalen Wettbewerben immer wieder ganz vorne und machten das Land zu einer der weltweit angesehensten Nationen für Spezialitätenkaffee.

Zu den bekanntesten gehört Tim Wendelboe, der 2004 die Barista-Weltmeisterschaft gewann und später mit seinem Café samt Rösterei „Tim Wendelboe“ in Grünerløkka in Oslo zu einer der prägenden Figuren der nordischen hellen Röstung wurde.

Kaffee war einst ein fertig gemischtes Massenprodukt – heute stehen Herkunft und Charakter im Mittelpunkt.

“Früher wollten die Leute wenig Säure und starken Kaffee. Heute bevorzugen viele etwas Fruchtigeres und Frischeres.”

Tim Wendelboe

Barista-Weltmeister

Der wichtige norwegische Rohstoff

Tatsächlich kommt eine entscheidende Zutat aus Norwegen: Wasser.

Das weiche und saubere norwegische Wasser schafft ideale Voraussetzungen für die Kaffeezubereitung und bietet sowohl Cafés als auch Hobby-Baristas hervorragende Bedingungen.

„Das ist ein riesiger Vorteil. Letzten Endes kommt es auf die Rohstoffe an“, sagt Tim Wendelboe.

Wendelboe versteht einiges von gutem Kaffee. Sein Café in Oslo wurde kürzlich zu einer der besten Kaffeebars der Welt gekürt.

Zusammen mit einer Generation preisgekrönter norwegischer Baristas und Röster hat er Oslo bei Kaffee-Aficionados international bekannt gemacht.

Holen Sie sich jetzt am besten noch eine Tasse Kaffee und lesen Sie das vollständige Interview mit Tim Wendelboe über die Evolution der norwegischen Kaffeekultur – vom alltäglichen Filterkaffee zu einer weltweit anerkannten Spezialitätenkaffee-Szene:

Wo bekomme ich richtig guten Kaffee?

So ziemlich überall. In den letzten zwei Jahrzehnten sind in ganz Norwegen professionelle Kaffeeröstereien (Kaffebrennerier) entstanden.

Von Großstädten wie Oslo und Bergen bis hin zu abgelegeneren Orten wie den Inseln Lovund und Spitzbergen rösten, brühen und servieren leidenschaftliche Baristas Kaffee nach ihrem eigenen Stil, ihrer eigenen Philosophie und ihren bevorzugten Röstprofilen.

Dabei ist für nahezu jeden Geschmack etwas dabei.

Manche Cafés setzen auf dunklere französische oder italienische Röstungen, andere – wie Tim Wendelboe – sind für helle nordische Röstungen mit fruchtigen und lebendigen Aromen bekannt.

Einer der besten Tipps für Kaffeefreunde in Norwegen lautet deshalb: Halten Sie Ausschau nach den Begriffen Kaffebrenneri oder Kaffebar.

Hier haben Sie gute Chancen auf richtig guten Kaffee.

Empfehlenswerte Kaffeebars

Erleben Sie die Kaffeekultur wie ein Norweger.

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