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Nyksund

Von der Geisterstadt bis zu deutschen Kreativgeistern

Nyksund gehörte einst zu den lebendigsten Fischerdörfern der Vesterålen. Ein blühender Ort mit einer glänzenden Zukunft. Doch dann kam alles anders …

… und der dynamische Ort wurde in den 1970er Jahren zu einer Geisterstadt.

Das Dorf wurde seinem Schicksal und dem Meer überlassen.

Heute, mehr als fünfzig Jahre später, ist Nyksund plötzlich ein angesagter Ort – dank deutscher Kreativgeister der ersten Stunde.

Entdecken Sie jetzt selbst die Faszination und die Facetten dieses kleinen – aber besonderen – Dorfes in Nordnorwegen.

„Die Stadt im Meer“

Das Nyksund-Erlebnis beginnt schon vor der Ankunft im Dorf. Eine schmale Straße schlängelt sich zwischen Bergwänden auf der einen Seite und dem offenen Meer auf der anderen Seite – das Abenteuer hat begonnen. Wir durchqueren eine karge Landschaft, bis plötzlich die bunten Häuser des kleinen Dorfes auftauchen. Die Farben stechen aus dieser dramatischen Landschaft hervor.

„Es ist wirklich einzigartig. Es ist diese Kombination aus einer extrem dichten Besiedlung und einer rauen und brutalen Natur.“

Sven Erik Tøien, einheimischer Architekt

Jedes einzelne Haus hat seinen eigenen Charakter und einige sind aus Platzgründen am Hang gebaut – nun leben hier immerhin 30 Menschen!

Aufstieg und Fall

Vor etwa 100 Jahren gehörte Nyksund zu den größten und wichtigsten Fischerdörfern auf den Vesterålen. Nyksund liegt nördlich der Lofoten-Inseln, am äußeren Rand des wilden und wunderschönen Inselreichs der Vesterålen. Dank der fischreichen Gewässer war Nyksund ein attraktives Fischerdorf.

Während der Skrei-Saison (arktischer Kabeljau) im Winter wuchs die Bevölkerung von Nyksund um Hunderte von Menschen. Das geschäftige Leben am Kai erforderte bald mehr Platz für die Fischverarbeitung. Nyksund liegt auf den zwei kleinen Inseln Nyksundøya und Ungsmaløya, die durch einen schmalen Wellenbrecher verbunden sind.

„Auf diesen Inseln gab es kaum Platz zum Bauen. Wenn mehr Platz notwendig war, haben wir einfach alles in die vorhandenen Räume gequetscht“, erzählt Tøien.

Noch heute sind Ruinen der bis zu zwei oder drei Stockwerke hohen Docks zum Be- und Entladen von Fisch zu sehen – eine Erinnerung an die einst florierende Wirtschaft in Nyksund.

Doch im 20. Jahrhundert ging es bergab. Der technologische Fortschritt brachte Motoren und größere Schiffe – zu groß für den kleinen Hafen von Nyksund. Das Fischerdorf Myre wurde nun zum wichtigsten Hafen der Region, während Nyksund Anfang der 1970er Jahre vollständig aufgegeben wurde. Es entstand eine Geisterstadt.

Ein neuer Anfang

Das alte Fischerdorf bleibt in vielerlei Hinsicht ein lebendiges Museum – nicht zuletzt dank einer Gruppe kreativer Deutscher, die in den 1980er Jahren nach Nyksund kamen. Darunter auch Karl Heinz Nickel: Der deutsche Sozialpädagoge und zeitweise einzige Einwohner verliebte sich in den verlassenen Ort. Gemeinsam mit der Universität Berlin initiierte er mehrere internationale Jugendprojekte zum Wiederaufbau des Ortes – darunter ein Projekt für benachteiligte deutsche Jugendliche, die im Sommer an der Renovierung der verlassenen Häuser arbeiteten.

In Nyksund gab es mehrere Bauphasen über viele Jahre. 1997 wurde der Düsseldorfer Ssemjon Gerlitz zum Wahl-Nyksunder und schloss sich dem Bauprojekt an. Die Gruppe schuftete hart und rettete viele Materialien aus der alten Fischereizeit. Dann wurde das Gästehaus Holmvik Brygge am Dock restauriert. Heute ist es wie ein kleines lebendiges Museum, in dem Sie 100 Jahre Fischereigeschichte erleben können.

„Die Menschen haben erst nach mehreren Jahren verstanden, dass wir nicht Müll, sondern Kultur gesammelt haben“, erzählt Ssemjon.

Die ehrwürdigen Originaltüren werden jetzt in seinem historischen Gästehaus in Holmvik Brygge wiederverwendet. In der umweltzertifizierten Unterkunft können Sie in Zimmern, separaten Studio-Apartments und sogar in einem ganzen Haus (ideal für Gruppen) übernachten.

Die größte Ressource des Ortes ist tatsächlich seine Energie, die bei der Kreativarbeit ungemein hilft.

Ssemjon Gerlitz, Guide und Besitzer von Holmvik Brygge

Ein Paradies für digitale Nomaden

Vor 50 Jahren wurde das Fischerdorf Nyksund zur Geisterstadt, doch heute wirkt es hip und sogar urban.

Die kleine und schrullige Gemeinde hat eine seltene, sehr kreative Atmosphäre. Neben mehreren Co-Working-Spaces entdecken Sie hier auch gute Restaurants, Kunstgalerien und sogar ein Aufnahmestudio. Wenn Sie also jemals von einer Workation an einem einzigartigen Ort geträumt haben, ist Nyksund in Nordnorwegen ein echter Geheimtipp!

Anders Megafon Frantzen ist der Besitzer von Arthur-Brygga: Das Live-Musiklokal und Pub des Dorfes ist gemütlich und legendär! Sein Traum war es, einen Ort zu schaffen, an dem Menschen zusammenkommen. Und an dem Künstler für längere Zeiträume zusammenleben und kreativ arbeiten können.

In diesem Video erzählt er uns vom Leben in Nyksund:

Wollen Sie an einen ruhigen Ort? Weit weg vom Alltag? Dieser wunderschön in die Landschaft integrierte Holzunterstand ist nicht nur eine architektonische Meisterleistung. Bringen Sie Ihren Laptop mit und Sie werden merken, wie neue Ideen zu sprudeln beginnen. Oder kommen Sie einfach vorbei und genießen Sie die herrliche Aussicht bei einer Tasse Kaffee.

Sehenswürdigkeiten und Erlebnisse

Klein aber oho! Sie werden überrascht sein, wie viel hier los ist. Hier können Sie an verschiedenen Events teilnehmen, darunter Konzerte und meditative Spaziergänge.

Schauen Sie auch in einer der Kunstgalerien vorbei – die gibt es hier tatsächlich! Oder bewundern Sie im Büchercafé und Antiquitätengeschäft Delpen Bokcafe die Originaleinrichtung und tauchen Sie ein in die nordnorwegische Literatur.

Bitte beachten Sie, dass einige Veranstaltungsorte und Events nur im Sommer oder auf Anfrage für die Öffentlichkeit zugänglich sind.

Kulinarik des hohen Nordens

Die Meeresfrüchte in Nordnorwegen gehören zu den besten der Welt! In Nyksund servieren mehrere Restaurants und kleine Cafés leckere Spezialitäten – mit Aussicht!

Im Holmvik Brygge kochen Ssemjon und sein Team traditionell norwegische Hausmannskost. Auf der Speisekarte stehen unter anderem Bacalao, Kabeljaufilet, Fleischeintöpfe und lokale Köstlichkeiten wie Seesaibling aus dem Sigerfjord und Rentierfleisch aus der Region. Lust auf einen festlicheren Abend? Dann besuchen Sie Nyksund Ekspedisjonen auf der anderen Seite des Docks. Menschen aus nah und fern kommen für die Spezialitäten hierher. Das Lokal wird – wie könnte es anders sein – von einem deutschen Ehepaar geführt. Probieren Sie kreative moderne Gerichte, darunter auch frische Meeresfrüchte aus der Region. Oder genießen Sie einfach hausgemachten Kuchen und Kaffee.

Möchten Sie Ihr eigenes Festmahl angeln? Hier sehen Sie immer noch viele Fischerboote und Trawler, die zu den reichen Fischgründen aufbrechen. Nehmen Sie gerne an einem Angelausflug teil!

Erleben Sie die Kraft der Natur

Viele reisen nach Nyksund für pure Entspannung in wunderschöner Natur. Hier können Sie stundenlang einfach nur verträumt die Wellen beobachten, vom gemütlichen Sofa durch das Fenster einen Sturm erleben oder ein wenig länger aufbleiben, um den Sternenhimmel (oder die Mitternachtssonne) zu beobachten. Und im Winter können Sie das magische Nordlicht beim Tanz am Himmel bewundern!

Die wenigen Einwohner von Nyksund haben beschlossen, bei klaren Nächten die Straßenlaternen auszuschalten – so können Einheimische und Besucher das Nordlicht besser sehen!

Die Königinnenroute von Nyksund nach Stø

Die Vesterålen sind ein Wanderparadies, wo der Horizont in nahezu jeder Richtung auf das Meer trifft. Nyksund ist da keine Ausnahme.

Der berühmteste Wanderweg in dieser Gegend heißt Dronningruta – die Route der Königin. Tatsächlich ist der Weg nach Ihrer Majestät Königin Sonja (der Königin von Norwegen) benannt, die den Weg 1994 eröffnete.

Folgen Sie ihren Spuren auf einer Rundwanderung von Nyksund nach Stø, einem weiteren charmanten Fischerdorf auf den Vesterålen. Der markierte Weg ist etwa 15 Kilometer lang und schlängelt sich entlang der Küste, über Berggipfel und Sumpfgebiete und vorbei an einem weißen Sandstrand.

In Stø können Sie an einer Walsafari auf einem Katamaran oder einer Vogel- und Robbensafari mit einem RIB-Boot (schnelles Festrumpfschlauchboot) teilnehmen.

Besuchen Sie traumhafte Fischerdörfer

Neben Nyksund entdecken Sie noch viele weitere Fischerdörfer und alte Handelsposten auf den Vesterålen in Nordnorwegen. Neben Stø können Sie im Sommer auch die hübschen Dörfer Skipsnes und Tinden sowie den modernen Fischereihafen Myre besuchen. Und verpassen Sie keinesfalls Bleik, einen wunderschönen weißen Strand. Machen Sie von hier eine Bootsfahrt nach Bleiksøya – eine der bekanntesten Vogelkolonien Norwegens.

Auch im kleinen Fischerdorf Andenes warten viele spannende Erlebnisse und Sehenswürdigkeiten. Beliebt sind Walsafaris zu den Riesen der Meere, und es gibt sogar ein Raumfahrtzentrum!

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