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A football player celebrating at Aspmyra in Bodø.
Bodø/Glimt football team at Aspmyra in Bodø, Northern Norway
Bodø centre at dusk, Northern Norway
Aspmyra football stadium in Bodø.
J-feltet celebrating at Aspmyra in Bodø, Northern Norway
Bodø/Glimt and Tottenham playing at Aspmyra in Bodø, Northern Norway
Bodø/Glimt fans at Aspmyra in Bodø, Northern Norway

Fußballfieber nördlich
des Polarkreises

Im arktischen Norden herrscht „Gelbfieber“.

Und 2025 erlebte auch der BVB das Gelbfieber von Bodø – die Nordnorweger rangen der Borussia im Signal Iduna Park ein starkes 2:2-Unentschieden ab! Am 14. Oktober 2026 folgte dann die Krönung im hohen Norden: Bodø setzte noch eins drauf und feierte einen sensationellen 1:0-Heimsieg gegen die Dortmunder!

Doch der folgenden Artikel beginnt schon lange vor diesen Erfolgen und blickt zurück auf die Anfänge die Hintergründe, die Faszination – und das ein oder andere Kuriosum!

Wie konnte ein Team, das zu 70 Prozent aus Norwegern besteht – viele davon aus einer abgelegenen und windgepeitschten Region am nördlichen Zipfel Europas – überhaupt in der UEFA Champions League landen?

Nur 53.000 Menschen leben in der kleinen arktischen Stadt Bodø. Das sind gerade genug, um ein durchschnittliches deutsches Fußballstadion zu füllen – oder etwa zwei Drittel des Signal Iduna Parks in Dortmund!

Hier im hohen Norden versteckt sich die Sonne die meiste Zeit des Jahres hinter den Bergen. Da passt ein Fußballverein wie Bodø/Glimt genau hin, denn das norwegische Wort „Glimt“ bedeutet „Schimmer“ oder „Funke“.

Das Heimstadion bietet nur Platz für 8270 Fans.

Noch vor wenigen Jahren sammelten die eingefleischten Fans (bekannt als J-feltet) Leergut und spendeten das Pfandgeld – nur um den Verein irgendwie am Leben zu halten.

Hier finanzieren keine Milliardäre den Fußball.

Nur pure Leidenschaft.

Der norwegische Fußballverein Bodø/Glimt brachte die UEFA Champions League zum allerersten Mal nördlich des Polarkreises. Der Erfolg des Vereins ist nicht nur eine Geschichte darüber, wie Größe an den unwahrscheinlichsten Orten entstehen kann – er ist auch die Geschichte einer progressiven Stadt voller entschlossener und kreativer Menschen.

Willkommen in der gelben Stadt!

„Noch vor wenigen Jahren hatten wir ein fast leeres Stadion, und jetzt spielen wir in der UEFA Champions League. Es fühlt sich unwirklich an“, sagt Raymond Limstrand Jakobsen, ein leidenschaftlicher Bodø/Glimt-Anhänger.

Der jüngste Erfolg von Bodø/Glimt hat in Nordnorwegen eine Welle der Begeisterung ausgelöst. Es spielt keine Rolle, ob Spieltag ist oder nicht – überall in Bodø wehen gelbe Fahnen stolz im arktischen Wind, sogar vor der örtlichen Feuerwache. Und die Nordnorweger? Sie platzen förmlich vor Stolz.

„Wir gehen ein wenig aufrechter. Wir lächeln mehr. Und gleichzeitig denken wir uns: ‘Was geht hier eigentlich ab?’“, sagt Jakobsen.

„In der Stadt herrscht eine Welle der Positivität und viel Leidenschaft. Und ja, die Champions League ist härter und kantiger als die nationale Liga, aber genauso sind die Nordnorweger. Wir sind durch das Wetter abgehärtet“, sagt Kjetil Linchausen, Geschäftsführer der Sportsbaren – einer beliebten Fußballkneipe und einem Treffpunkt der Stadt.

Am Spieltag tragen in Bodø alle Gelb – vom Kleinkind bis zu den Großeltern. Seien Sie nicht überrascht, wenn die Person vor Ihnen im Supermarkt bereits Stunden vor dem Spiel im vollständigen Bodø/Glimt-Trikot ansteht. Und nicht nur die Erwachsenen stimmen sich lautstark auf das Spiel ein: Auch einige Kindergärten und Schulen feiern den Spieltag und singen Bodø/Glimt-Lieder!

Das Fußballfieber in der Arktis ist einzigartig!

Nirgends sonst auf der Welt ist ein gestrickter Fan-Pullover so unverzichtbar. Wolle ist das Gold der Arktis!

Bodø/Glimt fans in the Bodø city centre, Northern Norway
“Meine Frau hat diesen Pullover für mich gestrickt, als wir in Braga beim Auswärtsspiel von B/G waren.”
“Der Wind hier oben ist teuflisch, deshalb müssen wir uns richtig anziehen!”

Ronny und seine Frau Wenche

Bodø/Glimt-Anhänger

Der Aufstieg von Bodø/Glimt

Die Stadt stand Kopf, als Glimt seinen Traum erfüllte und den Einzug in die UEFA Champions League schaffte.

„Es ist eine außergewöhnliche Leistung. 2016 wurde Bodø/Glimt aus der höchsten norwegischen Profiliga abgestuft, und der Verein stand jahrelang kurz vor dem finanziellen Ruin. Seitdem ging es nur in eine Richtung: steil bergauf“, sagt Thomas Solberg, Leiter des Bodø/Glimt-Fanclubs J-feltet.

Der Erfolg des Teams in der Eliteserien 2024 – Norwegens Pendant zur Deutschen Bundesliga – und die jüngsten Leistungen in Europa stehen in krassem Gegensatz zur Situation von vor wenigen Jahren.

2010 stand der Verein kurz vor der Insolvenz. Spieler bekamen teilweise monatelang kein Gehalt, und die Nordnorweger mussten kreativ werden, um ihren Lieblingsverein zu retten.

Leergut statt Flasche leer

Auch in der kalten Arktis heißt es hin und wieder: Ärmel hochkrempeln! Die Einheimischen sammelten Leergut und überreichten dem Verein das Pfandgeld. Fischer brachten Ihren Fang des Tages, den der Verein verkaufen konnte. Das örtliche Handballteam spendete seine Ticketeinnahmen an Bodø/Glimt, und der regionale Radiosender startete einen großen Spendenaufruf.

Das Aushängeschild der Spendenaktion war Runar Berg, ehemaliger Bodø/Glimt-Spieler und Onkel von Glimts defensivem Mittelfeldspieler Patrick Berg.

Die Familie Berg spielt seit acht Jahrzehnten eine bedeutende Rolle im Verein. Harald „Dutte“ Berg debütierte 1958 für Bodø/Glimt. Seine Söhne Runar und Ørjan folgten in den 1980er Jahren, Arild 1993 und der aktuelle Spieler Patrick Berg 2014.

Im Jahr 2025 steht das Team nun als reichster Verein der norwegischen Liga da – alles dank des Fokus auf die Entwicklung einheimischer Spieler und des sportlichen Erfolgs.

Gelb statt Geld

Aber selbst als reichster Verein Norwegens ist Glimt kein Vergleich zu seinen europäischen Gegnern. Der Verein erzielte zuletzt Einnahmen von ca. 29 Millionen Euro. Borussia Dortmund hatte im Geschäftsjahr 2024/25 einen Umsatz von rund 526 Millionen Euro, und der englische Gigant Manchester City nahm sogar über 769 Millionen Euro ein. Bodø spielt dieses Jahr dennoch ganz oben mit – ohne Starpower, ohne Geldregen.

Und es ist noch lange nicht Schicht im Schacht!

„Unsere Jungs“

Was hat sich also verändert? Den Einwohnern zufolge liegt der Erfolg in einer Kombination aus einheimischen Talent, Mut und einem einzigartigen Trainer aus der Hansestadt Bergen.

„Wir haben es gewagt, in junge, einheimische Spieler zu investieren, die zu den tragenden Säulen des Teams herangewachsen sind. Es ist ziemlich einzigartig, fast ausschließlich mit norwegischen Spielern zu spielen, von denen viele aus Bodø und anderen Orten Nordnorwegens stammen“, sagt der Fan und Fußball-Podcaster Frank Tjærandsen Amundsen. Stolz fügt er hinzu, dass die Einheimischen alle Spieler natürlich als „unsere Jungs“ bezeichnen.

Insgesamt umfasst der Kader von Bodø/Glimt 27 Spieler, wovon 19 Norweger sind.

Bodø/Glimt fans at Aspmyra in Bodø, Northern Norway
“Jetzt träumen alle Jugendlichen davon, für Bodø/Glimt zu spielen – nicht nur in der Stadt, sondern in ganz Nordnorwegen.”

Frank Tjærandsen Amundsen

Fan und Fußball-Podcaster

Der Retter: Kjetil Knutsen!

Und dann ist da noch Kjetil Knutsen, Bodø/Glimts Cheftrainer seit 2018. Man bezeichnet ihn als Lehrer und als „den Retter aus Bergen“.

„Als er kam, änderte sich der Fokus des Teams. Er predigt nicht, wie man Spiele gewinnt, sondern wie sich das Team weiterentwickeln kann. Und es wird großer Wert darauf gelegt, wie die Spieler mental und körperlich arbeiten“, sagt Raymond Limstrand Jakobsen.

Der Verein bekommt zudem viel Aufmerksamkeit für seine Arbeit mit der Sportpsychologie. Auch dieser Aspekt spiegelt die Stadt und ihre Geschichte wider. Der Mentaltrainer des Teams, Bjørn Mannsverk, ist ein ehemaliger Luftwaffenpilot aus der Gegend – perfekt für eine Stadt, in der die Luftwaffe jahrelang stationiert war.

Erfahren Sie in diesem Video mehr über die beeindruckende Reise von Bodø/Glimt:

All das Geld der Welt kann eines der größten Assets nicht kaufen: den einzigartigen arktischen Geist.

A person hiking on Keiservarden in Bodø in snow and wind.
Kjetil Linchausen, Managing Director of Sportsbaren in Bodø, Northern Norway.
“In Bodø gibt es sehr starke Winde. Deshalb sagen wir gerne, dass sich die Menschen hier von Natur aus nach vorne lehnen.”

Odd Emil Ingebrigtsen

Bürgermeister von Bodø

“‘Vi står han av’ ist ein typischer nordnorwegischer Ausdruck und bedeutet ‘Wir stehen das durch’ – eine Mentalität, mit der sich die Menschen im Norden stark identifizieren.”

Der arktische Geist

„Wir sind raue Bedingungen gewohnt. Das spiegelt sich auch in der Geschichte der Stadt wider“, sagt Odd Emil Ingebrigtsen, Bürgermeister von Bodø.

Bodø ist eine kleine Stadt in Nordnorwegen nördlich des Polarkreises. Die Stadt hat sich in relativ kurzer Zeit stark gewandelt: vom völligen Wiederaufbau nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg zu einer pulsierenden, modernen Mini-Metropole im hohen Norden.

Nicht nur die Fußballkultur bringt Farbe und Energie in die Stadt – auch die Kunst- und Kulturszene macht den Ort so richtig lebendig. 2024 trug die Stadt stolz den Titel „Europäische Kulturhauptstadt“.

Genießen Sie eine Fußballreise wie keine andere!

„Die Stadt entwickelt sich ständig weiter. Es wird massiv in Hotels, Neubauten, Restaurants und Kultur investiert. Und all das passiert parallel zum enormen Erfolg von Bodø/Glimt. Das macht etwas mit den Menschen, die hier leben, und mit der Stimmung in der Stadt. Man muss nur nach lächelnden Menschen und vielen gelben Fahnen Ausschau halten“, sagt Raymond Limstrand Jakobsen, der Verkaufsleiter des Wood Hotels. Dieses einzigartige Hotel im hohen Norden thront auf einem Hügel direkt außerhalb des Stadtzentrums – mit Blick auf die epischen arktischen Landschaften.

Nördlich von normal

Das Leben in Bodø war noch nie gewöhnlich. Im Sommer geht die Sonne wochenlang nicht unter, im Winter geht sie wochenlang nicht auf. Über Nacht kann ein Wintersturm die Stadt von der Außenwelt abschneiden. Wind? Fast täglich. Und Schnee? Der kann auch Mitte Mai plötzlich zurückkehren – genau dann, wenn man glaubt, dass der Frühling kommt.

Mit anderen Worten: Nordnorweger wissen, wie man für alles vorbereitet ist – auch für einen arktischen Fußballabend.

Lernen Sie von den Einheimischen und erhalten Sie Tipps, wie Sie sich für ein arktisches Fußballspiel warm anziehen:

Erleben Sie es selbst

Bodø ist ein wunderbares Reiseziel, in dem Sie das Fußballfieber das ganze Jahr spüren – selbst wenn Sie kein Ticket für das Spiel ergattern.

Die Flugzeit von Oslo beträgt anderthalb Stunden, und vom Flughafen können Sie buchstäblich direkt zum Stadion und ins Stadtzentrum laufen.

Von hier aus sind Sie nur eine landschaftlich beeindruckende Expressbootfahrt von weiteren legendären Abenteuern in der arktischen Natur entfernt – besuchen Sie Regionen wie Salten, Helgeland, Narvik und die Lofoten-Inseln.

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