Was ist „regenerativer Tourismus“ und wie profitieren Gäste und Einheimische? Hotelbesitzerin Jannicke und ihre Familie haben mit dem Skåbu das Reiseerlebnis in den Bergen auf ein neues Level gehoben. Top-Kulinarik, historische Gebäude, freilaufende Tiere, minimale Lebensmittelverschwendung – und der einheimischen Gemeinde etwas zurückgeben. All das ist möglich, selbst in einem Bergdorf.






Regenerativer Tourismus: Skåbu Fjellhotell
Reisen, die etwas zurückgeben
Von außen wirkt dieses Berghotel bescheiden – doch hinter der Fassade wartet so manche Überraschung.
Willkommen im Tal Gudbrandsdalen, willkommen in der Welt von Skåbu!
Das Skåbu Fjellhotell liegt im höchstgelegenen dauerhaft bewohnten Bergdorf Nordeuropas. Ein echtes Juwel – nicht nur wegen des geschmackvoll gestalteten Interieurs, das den Luxus in die Bergwelt bringt.
Das Boutique-Hotel ist nämlich das erste und einzige Mitglied Nordeuropas bei Regenerative Travel – einem Verbund unabhängiger Hotels mit einer gemeinsamen Vision: Weltweit sollen Reisende ökologische und sozial wirksame Erfahrungen sammeln.
Schmecken werden Sie das schon im Restaurant …
Sehen werden Sie es an den glücklichen Gesichtern …
Doch vor allem können Sie es fühlen!
„Als ich zum ersten Mal von regenerativem Tourismus hörte, war ich sofort neugierig. Ich dachte: Genau so wollen wir das Hotel führen – das entspricht perfekt unseren Werten“, sagt Jannicke Haug Doksæter, Eigentümerin des Skåbu Fjellhotell.
Alles begann im Jahre 2008, als Jannickes Vater Sigurd Haug den Bergbauernhof Lykkja Fjellgard in Skåbu kaufte. Er verliebte sich rasch in das Dorf und die dortige Gemeinschaft. Als dann die alte Genossenschaft zum Verkauf stand, nutzte er die Chance und übernahm das Gebäude.
Seitdem waren bereits drei Generationen der Familie Haug sowohl mit dem Bergbauernhof als auch beim Aufbau des Boutique-Hotels im ehemaligen Genossenschaftsgebäude beschäftigt.
„Die Bewahrung lokaler Geschichte, Kultur und Tradition ist ein wichtiger Teil unseres Konzepts. Wir wollen der Gemeinschaft etwas zurückgeben und unseren Gästen gleichzeitig ein einzigartiges Erlebnis bieten“, erklärt Jannicke.

Die Transformation
Bei der Renovierung des alten Gebäudes achtete die Familie darauf, die Geschichte und Tradition des Ortes lebendig zu halten. Farbpalette und Materialien wurden bewusst ausgewählt, um die Atmosphäre zu bewahren. Alte Möbel wurden wiederverwendet und mit Neuem kombiniert – das Ergebnis: ein Hotel mit einem gemütlichen, heimeligen Ambiente und einem Hauch von alpinem Luxus.
„Lokale Kunstwerke schmücken die Wände, und viele Materialien stammen direkt aus der Region. Einen großen Teil der Möbel erhielten wir von einem alten Hotel, das gerade renoviert wurde“, erzählt Jannicke.

Skåbu Fjellhotell: Regenerativer Ansatz
So setzt das Hotel regenerative Prinzipien um:
0 Prozent Lebensmittelverschwendung: Eine Küche ohne Abfall schützt nicht nur die Umwelt, sondern steigert auch das Ansehen des Hotels bei nachhaltig orientierten Gästen.
100 Prozent Verantwortung: Das gesamte Tier von der eigenen Farm wird verwendet, darunter Schweine und Schafe. Forellen, Hirsche, Elche und Rentiere kommen von Fischern und Jägern der Region.
Stärkung der Gemeinschaft: Das Hotel bezieht gerne die lokale Bevölkerung in Planung und Entscheidungsprozesse zur Entwicklung des Tourismus in Skåbu ein. Dazu gehört auch die Wertschätzung von Geschichte, Kultur, Traditionen und Bräuchen der Region.
Kreislaufwirtschaft: Das Hotel will zur nachhaltigen Entwicklung von Skåbu beitragen und positive Impulse in der Region auslösen.
Das Foodlab: Ein hauseigenes Labor widmet sich traditionellen Konservierungstechniken, dem kulinarischem Erbe, der Selbstversorgung, Wildkräutern und einem tieferen Verständnis von Zutaten.
Quelle: Regenerative Travel
Roter Teppich für den König der Wälder
„Wir führen unsere Gäste auf Touren und klären über Elche auf. Dabei erläutern wir auch, warum in freier Natur Abstand halten müssen“, berichtet Jannicke.
Die Wildnis rund um das Hotel ist die Heimat vieler Tiere. Dazu gehört auch der König der Wälder – der Elch. Tatsächlich findet hier jedes Jahr eine der größten Elchwanderungen Europas statt. Das Team von Skåbu möchte seinen Gästen einen Einblick in das Reich der Elche ermöglichen, ohne dabei die Tiere zu stören.
„Elche gehören zu unserem Gebiet und zu unserem Hotelkonzept. Sie ziehen seit 10.000 Jahren auf denselben Pfaden umher – das ist faszinierend. Und ich finde es wichtig, das den Besuchern zu vermitteln“, sagt Jannicke.
Skåbu ist außerdem Teil von Elgland (Elchland auf Deutsch). Dieses Netzwerk von Reiseveranstaltern entwickelt, vermarktet und verkauft hochwertige Produkte und Erlebnisse im Zusammenhang mit der natürlichen und kulturellen Geschichte des Elchs in seiner Region.

Ein einzigartiges Elch-Erlebnis ganz in der Nähe von Skåbu ist der Elgtårnet – der Elchturm im Tal Espedalen. Er wird von Ruten Fjellstue und dem Dalseter Fjellhotell betrieben.
Hier können Sie nicht nur Natur und Tierwelt aus nächster Nähe erleben, sondern auch in dem zwölf Meter hohen Turm übernachten! Entscheidend dabei: Sie können dort bleiben, ohne die Wildtiere zu stören.
Wichtiger Hinweis: Halten Sie immer einen sicheren Abstand zu Wildtieren ein! Gehen Sie nur mit einem Guide auf Entdeckungstour, wenn Sie die Tierwelt erleben möchten. Auch das Skåbu Fjellhotell bietet geführte Touren an.


“Wir versuchen, niemals Zutaten zu verwenden, die nicht aus der Region stammen.”
Lukasz B. Socha
Küchenchef, Restaurant Skadir im Skåbu Hotel
“Der Name des Restaurants Skadir im Skåbu Hotel bedeutet Jagdgöttin.”
Vom Hof und Wald auf den Teller
Man muss den Gästen unbedingt erklären, wie die Elch-Jagd in der Region abläuft. Durch die Nutzung von Fleisch und anderem Wild aus den Bergen in Kombination mit der Landwirtschaft geht das Hotel einen wichtigen Schritt hin zu Selbstversorgung und optimaler Nutzung regionaler Produkte. Und genau das schmeckt man auch bei den außergewöhnlichen Aromen der Gerichte im Restaurant Skadir.
„Fisch und Wild kaufen wir von lokalen Jägern, wir haben unsere eigenen freilaufenden Schweine und Schafe. Und wir haben zudem ein Einkaufskonzept entwickelt, das uns verpflichtet, möglichst viele Zutaten aus der Region zu verwenden“, erklärt Jannicke. Sie betont, dass ihnen ein gutes und würdiges Leben der Tiere wichtig sei.

Das Ergebnis? Unglaublich regionale Speisen und eine spannende, saisonal wechselnde Speisekarte. Das Hotel und sein Restaurant unter der Leitung von Küchenchef Lukasz Socha wurden für ihre Nachhaltigkeit im 360° Eat Guide mit drei Kreisen (Maximalwertung) bewertet.
“Hier entdecken Sie ein Restaurant mit einem tiefen Verständnis für das Kochen im Einklang mit den Jahreszeiten.”
360° Eat Guide
Das Hotel verfolgt zudem einen interessanten Ansatz, um Lebensmittelverschwendung im Restaurant zu reduzieren.
„Wir kochen die übrig gebliebenen Speisen und verfüttern sie an unsere Schweine. Die Schweine bekommen nahrhaftes Futter, und wir müssen kein einwandfreies Essen wegwerfen“, erzählt Jannicke.
Als Hotelgast ist Ihr Tisch im Restaurant automatisch reserviert, Sie können aber auch ohne Übernachtung einen Tisch buchen.

Skåbu Høyfjellsmat
Skåbu produziert außerdem lokale Lebensmittel mit Zutaten vom eigenen Bauernhof sowie Fisch und Wild aus der Umgebung. Wer diese Delikatessen mit nach Hause nehmen möchte, kann sie in der Hotellobby oder auf lokalen Märkten erwerben.
Das Hotel organisiert auch Besuche auf dem Bergbauernhof Lykkja, wo Gäste die Tiere kennenlernen und die hofeigenen Produkte verkosten können.

Das Foodlab Skåbu
Über das Foodlab Skåbu können Gäste auch Kochkurse besuchen. Dieses Konzept führt Besucher durch die Prozesse hinter der Bergküche: Wie man Zutaten aus der Natur probiert, wie man die Tiere nutzt und wie man Speisen zubereitet.
Kulinarische Traditionen im Tal Gudbrandsdalen
Die Landwirtschaft in der bergigen Wildnis gehört seit der Steinzeit zur norwegischen Agrarkultur. Viele kulinarische Spezialitäten im Tal Gudbrandsdalen basieren auf diesen alten Traditionen der Bergbauernhöfe, die stark auf Selbstversorgung und traditionelle Konservierungsmethoden setzen.
Diese Spezialitäten sollten Sie bei einem Besuch im Tal unbedingt probieren:
- Braunkäse: Aus Gudbrandsdalen kommt eine der bekanntesten Braunkäsesorten Norwegens – der süße Gudbrandsdalsost.
- Wild: Gerichte aus Rentier und Elch muss man einfach probiert haben.
- Bergbauernhöfe: Geräuchertes Fleisch, Sauerrahmbrei und norwegische Waffeln gehören zu den typischen Delikatessen der norwegischen Bergbauernhöfe.
Entdecken Sie die Restaurants und Cafés in Gudbrandsdalen.

Foto: Fredrik Ahlsen / Visitnorway.com
Weitere Unterkünfte
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BuchenEspedalenRuten Fjellstue
Die Ruten Fjellstue liegt an der Straße 255 im oberen Espedalen auf 860 m Höhe mit freier Aussicht zum Langsua Nationalpark, dem Sikkilsdalen und Jotunheimen. Zum Bahnhof in Vinstra sind es 36 km, nach Lillehammer 80 km und nach Bygdin 60 km. Ruten ist ein hervorragender Ausgangspunkt für Wanderungen und Radtouren im Sommer sowie Skitouren - Langlauf und Back-country - im Winter. Unser Aktivitätsprogramm nimmt Ausgangspunkt in Naturerlebnissen über das ganze Jahr: Skikurse, Schneeschuhtouren, Kanu- und Kajaktouren, Reiten auf Bergwegen, und Elchsafaris mit Kaffeekochen über offenem Lagerfeuer. Der Mjølkevegen, die Fahrradroute von Vintra nach Gol, startet oder endet hier in Ruten. Wir sind deshalb besonders gut auf Fahrradfahrer und deren Bedürfnisse eingestellt und haben einen abschlossenen Fahrradraum und Wasch-/Reparaturmöglichkeiten. Und wir sind flexibel, was die Servierung des Essens anbelangt. Sollten sie unsere festen Mahlzeiten nicht schaffen, weil die Tour länger gedauert hat als geplant oder weil es so schön war, dass sie extra lange unterwegs sein wollten, brauchen sie nicht hungrig zu Bett zu gehen. Wir bereiten ihnen immer etwas Gutes zu. Auf Ruten nehmen wir bereits seit 1939 Gäste entgegen. Unsere gemütliche Kaminstube ist das alte Almhaus aus dem frühen 19. Jahrhundert. Berit und Arthur, die Ruten besitzen und bewirtschaften, sind die 3. Generation von Wirtsleuten auf Ruten. Unsere Zimmer sind einfach und haben Dusche und WC. Die Küche jedoch ist das Herz der Pension. Wir servieren Ihnen am liebsten Gerichte aus regionalen Rohwaren nach altüberlieferten und mit neuen Ideen abgewandelten Rezepten.
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