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The rebirth of the joik: portrait photo of the Sami artist Elle Márjá Eira outside during winter in Northern Norway.

Die Rückkehr des Joiks​

Junge samische Künstler hauchen einer der ältesten Gesangstraditionen Europas neues Leben ein. Historische Klänge treffen auf moderne Genres. Das Ergebnis? Eine neue Welle international anerkannter und preisgekrönter Musiker.

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Sami artist Elle Márjá Eira .
Photo: Marie Louise Somby
Elle Márjá Eira

„Der Joik ist wie der Nordlicht-Wirbel und der Wind auf den Bergplateaus. Ich fühle mich jenseits dieser Welt, wenn ich joike.“

Elle Márjá Eira, eine vielseitige Künstlerin aus Kautokeino in Nordnorwegen, joikte schon bevor sie sprechen konnte.

Heute erzählt sie der Welt mit ihrer Musik Geschichten über ihr Leben als Rentierhirtin.

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Elle Márjá Eira .
Photo: Marie Louise Somby
Elle Márjá Eira

Coole, arktische, elektronische Musik mit traditionellen Sami-Melodien.

„Joik liegt mir im Blut. Ich habe ihn in allen Situationen und Lebensphasen geübt. Wenn ich joike, fühle ich, dass meine Vorfahren bei mir sind.“

Die Sprache des Herzens

Das von Generation zu Generation weitergegebene Gesangslied des samischen Volks hat Jahrhunderte überdauert. Einige der ältesten Joiks, die wir heute kennen, wurden im 18. und 19. Jahrhundert von Priestern und Missionaren aufgezeichnet.

Glaubt man den mündlichen Überlieferungen, erhielten die Samen ihren Joik von den Feen und Elfen der arktischen Länder. Joik war einst auch ein wichtiges Werkzeug, um Wissen und Geschichten zu vermitteln.

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Elle Márjá Eira .
Photo: Marie Louise Somby
Video Thumbnail - vimeo - Elle Marja Eira - Guodohit
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Elle Márjá Eira – GUODOHIT (Guođohit-To herd) .
Photo: Ken Are Bongo. Music: Elle Márjá Eira / Morten H. Pettersen
Finnmark, Northern Norway

„Ich joike nicht über etwas, sondern ich joike etwas oder jemanden. Es kann eine Person, ein Tier, ein See oder ein Berg sein. Ich liebe es, meinen Urgroßvater Orbona Aslat zu joiken. Sein Joik besteht seit mehr als 150 Jahren in der Familie fort.“

„Joik ist die Sprache des Herzens. Er ist Stolz. Persönlichkeit. Komplexität. Identität. Erinnerungen. Seele. Spiritualität.“

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Finnmark, Northern Norway .
Photo: Maria Varteressian
Finnmark, Northern Norway

Eine schmerzhafte Vergangenheit

Es ist weder möglich noch fair, die Geschichte des Joiks zu erzählen, ohne ein sehr dunkles Kapitel der norwegischen Vergangenheit aufzuschlagen.

Jahrhunderte lang stand das samische Volk unter starkem Druck der norwegischen Regierung. Laut der Großen Norwegischen Enzyklopädie begann alles im frühen 17. Jahrhundert mit der Missionarsarbeit.

Lange Zeit durften die Samen ihre eigene Sprache nicht sprechen und mussten unter strengen Richtlinien zur Assimilierung Norwegisch lernen.

Joiken wurde als sündhaft verurteilt und an samischen Schulen in der Region verboten.

Erst 1988 wurde das Sami-Gesetz in die norwegische Verfassung aufgenommen.

In der Zwischenzeit waren die samische Sprache und der Joik in einigen Regionen bereits verschwunden.

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Finnmark, Northern Norway .
Photo: Maria Varteressian
Marja Mortensson

Die neue Ära des Joiks

„Es ist, als würde die Tradition des Joiks wiederbelebt werden. Das Bewusstsein wächst, vor allem bei den Menschen in meiner Generation“, sagt Marja Mortensson, eine südsamische Joikerin und Sängerin aus der Hedmark.

Ihre Musik dreht sich um verschiedene Aspekte ihrer samischen Identität.

Anfang 2017 veröffentlichte sie ihr vielgepriesenes Debütalbum Aarehgïjre – Early Spring.

Nur ein Jahr später veröffentlichte sie ihr zweites Album Mojhtestasse – Cultural Heirlooms. Dieses brachte ihr einen Spellemannprisen, den norwegischen Grammy Award in der Kategorie Folk/Traditionelle Musik ein.

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Marja Mortensson .
Photo: Jarle Hagen
Marja Mortensson

„Trotz dem fortwährenden Kampf um die Wahrung unserer Sprache und kulturellen Identität hat in den letzten Jahren ein positiver Wandel stattgefunden. Heute fühlt es sich sicher an, samisch zu sein.“

Zurück zu den samischen Wurzeln

Als Süd-Samin wurde Mortensson nicht auf die gleiche Weise mit Joik konfrontiert wie Eira, die im Norden aufgewachsen ist.

„Im Süden ist ein Großteil der Überbleibsel in Archiven aufbewahrt. Der Joik wurde gut versteckt.“

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Marja Mortensson .
Photo: Jarle Hagen
Marja Mortensson

Als Teenager beschloss Mortensson, ihren samischen Wurzeln auf den Grund zu gehen und fing an über das kulturelle Erbe ihrer Familie zu recherchieren. Dabei entdeckte sie mehrere Joiks, die zu ihrer Familie gehören.

„Joik ist eine eigene Philosophie. Es geht um die Verbundenheit mit der Natur und den Menschen um einen herum. Wenn ich joike, füllt sich mein Kopf mit Bildern und ich fühle, dass ich reise – entweder an einen Ort oder in die Seele der Person, die ich joike.“

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Marja Mortensson .
Photo: Jørn Kristensen / Hauganfoto
Elle Márjá Eira

Das größte Geschenk, das es gibt

Viele Samen erhalten im Laufe ihres Lebens einen Joik als Geschenk. Manche Leute haben einen, andere sogar mehrere Joiks.

Es ist üblich, die Menschen, denen man nahe steht, mit Gesang zu beschenken. Anstatt einer geliebten Person ein Kompliment zu machen, joiken die Samen diese Person.

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Elle Márjá Eira .
Photo: Marie Louise Somby
Elle Márjá Eira – GUODOHIT (Guođohit-To herd)
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„Mein Vater hat mich einmal gejoikt. Als er das tat, sagte er mit einem Augenzwinkern, der Joik sei so komplex wie ich“, erzählt Eira.

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Elle Márjá Eira – GUODOHIT (Guođohit-To herd) – Joik .
Photo: Ken Are Bongo. Music: Elle Márjá Eira / Morten H. Pettersen
Elle Márjá Eira

Alte Tradition, moderner Sound

Sowohl Eira als auch Mortensson werden für ihre innovativen Interpretationen des Joiks und ihrer Fähigkeit, die alte Gesangstradition mit Genres wie Pop, Electronica und Jazz zu verbinden, gefeiert.

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Photo: Marie Louise Somby
Video Thumbnail - vimeo - Reindeer in Finnmark, Northern Norway
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„Die Natur, das Leben und das Universum inspirieren mich. Ich beschäftige mich nicht so sehr mit Genres und Grenzen. Es gibt ein samisches Sprichwort, das lautet: Es ist besser in Bewegung zu sein als still zu stehen“, sagt Eira.

Mortensson stimmt ihr zu.

„Solange meine Musik eng mit Joik verbunden ist, erlaube ich mir, neue Elemente wie Tuba, Trommeln und Schlagzeug auszuprobieren und einzubringen. Trotzdem ist die Joik-Philosophie immer die Grundlage meiner Arbeit. Was ich zum Ausdruck bringe, soll sich echt anfühlen. Das ist das einzige Kriterium, das ich habe.“

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Elle Márjá Eira – GUODOHIT (Guođohit-To herd) – Reindeer .
Photo: Ken Are Bongo. Music: Elle Márjá Eira / Morten H. Pettersen.
Elle Márjá Eira

Eine stolze und laute Zukunft

Während Eira und Mortensson weiter Auszeichnungen sammeln und mit modernen Interpretationen des Joiks um die Welt touren, machen sie auch den Weg frei für eine neue Generation samischer Künstler.

So wie es berühmte Musiker wie Frode Fjellheim, Mari Boine, und Ann-Mari Andersen – um nur einige zu nennen – für sie getan haben.

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Elle Márjá Eira .
Photo: Marie Louise Somby
Elle Márjá Eira

Dank Frode Fjellheim, einem südsamischen Musiker, fand der Joik 2013 über Fjellheims Kompositionen für den Disneyfilm Frozen (Die Eiskönigin – Völlig unverfroren) seinen Weg nach Hollywood.

Im Mai 2019 trat die norwegisch-samische Gruppe KEiiNO, die Pop, Electronica, Dance und Joik verbindet, für Norwegen beim Eurovision Song Contest in Tel Aviv an.

Die Beispiele häufen sich. Die Gewöhnung und Kommerzialisierung des Joik sind Zeichen für ein stetiges und starkes Comeback der alten Gesangstradition.

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Elle Márjá Eira .
Photo: Marie Louise Somby
Elle Márjá Eira

Rückkehr. Revitalisierung. Renaissance.

Machen Sie sich auf und finden Sie Ihren Joik.

Erfahren Sie mehr über die samische Kultur.

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Photo: Marie Louise Somby