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Stiklestad Stiklestad
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Stiklestad.
Photo: Stiklestad Nasjonale Kultursenter
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Im Herzen der Geschichte

Gegründet von einem König der Wikinger. Umkämpft in unserer berühmtesten Schlacht. Akzeptiert als Sitz der Norwegischen Kirche. In Trøndelag steckt in jedem Gramm Erde ein Stück Geschichte.

Text: Morten Andre Samdal

„Nimmt man Trøndelag aus den Geschichtsbüchern, bleibt nur ein leerer Einband übrig. Diese Region steht im Brennpunkt der Geschichte, und das schon seit der Wikingerzeit“, erklärt Terje Bratberg, norwegischer Historiker und Autor.

Eine kühne Behauptung – und gar nicht mal so abwegig!

Im Jahr 997 zog König Olav Tryggvasson mit seinem Heer in den Ort ein, den wir heute als Trondheim kennen. Als drittgrößte Stadt Norwegens gilt sie als unbestrittene Hauptstadt der Region Trøndelag. Der frühere Wikinger-König beschloss zu bleiben. Er ließ sich ein Schloss und einen Hafen errichten und verschenkte Ländereien, um die Region zu besiedeln.

Terje Bratberg
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Terje Bratberg.
Photo: Sverresborg Trøndelag Folkemuseum

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Terje Bratberg.
Photo: Sverresborg Trøndelag Folkemuseum

Malerisch

„Hast du das Brot mitgebracht?“ ruft ein kleines Mädchen dem anderen zu. Wir sehen nur ihre langen Haare hinter ihnen herflattern, bevor sie in einer schmalen Gasse zwischen den alten Holzhäusern im historischen Bakklandet in Trondheim verschwinden. Dieselbe Gegend, die Tryggvasson gut 1000 Jahre zuvor besiedeln ließ.

Heute führt die kleine kopfsteingepflasterte Straße in einen der malerischsten Orte am Fluss Nidelven, der sich seinen Weg quer durch die Stadt bahnt.

Dort, wo das Flusswasser auf die salzigen Strömungen des Fjords trifft, versuchen einheimische Jugendliche ihr Anglerglück. Sie stehen direkt unter der Altstadtbrücke, die nach dem „Großen Brand“ von 1681 erbaut wurde. Lachs, Kabeljau und Pollack hätten sie gefangen. Behaupten sie.

In der Nähe sitzt ein älteres Paar auf einer Bank und löst Kreuzworträtsel. Familien mit kleinen Kindern haben sich auf einem kleinen Spielplatz versammelt. Und die beiden Mädchen haben ihre Tüten mit altem Brot geöffnet, um eine kleine Entenfamilie zu füttern, die am Flussufer vorbeischwimmt.

Bakklandet, Trondheim
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Bakklandet, Trondheim.
Photo: CH - visitnorway.com

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Bakklandet, Trondheim.
Photo: CH - visitnorway.com

Rasantes Wachstum

In den 200 Jahren nach ihrer Gründung entwickelte sich die Stadt schnell zum bedeutenden Handelszentrum.

„Trøndelag war – unter anderem – Zentrum für die Kupferherstellung. Und Trondheim ist eine wichtige Stadt, die den Norden mit dem Süden verbindet. Alle, die das Land im Verlauf seiner Geschichte regierten, strebten an, die Komplexität der Region Trøndelag zu meistern“, erzählt Terje Bratberg.

Tatsächlich halfen das finanzielle Wachstum und der Erfolg Trondheims, eine Region aufzubauen, die nicht nur zum Drehkreuz der norwegischen Wirtschaft wurde. Für einen Großteil der vergangenen 1000 Jahre war die Stadt auch Herz der Kultur, Religion und Geschichte Norwegens.

Der Nidarosdomen, der nördlichste Mittelalterdom der Welt, ist ihr berühmtestes Wahrzeichen – und die Krönungskirche Norwegens.

In Trøndelag finden sich Einflüsse der Küstenkultur des Nordens, der landwirtschaftlichen und kulinarischen Traditionen des Binnenlandes und der städtischen Tendenzen des Südens.

„Hier finden wir die wichtigsten kulturellen Vermächtnisse des Landes. So wie den Nidarosdomen und Erkebispegården. Die Einheimischen von Trøndelag zum Christentum zu bekehren, war nicht einfach. Aber sie bauten einige der schönsten Kirchen“, erzählt Bratberg.

Nidarosdomen
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Nidarosdomen.
Photo: CH - visitnorway.com

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Nidarosdomen.
Photo: CH - visitnorway.com

Die berühmteste Schlacht Norwegens

Olav Tryggvasson
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Olav Tryggvasson.
Photo: Drawing by Peter Nicolai Arbo/Public Domain

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Olav Tryggvasson.
Photo: Drawing by Peter Nicolai Arbo/Public Domain

Ein weiterer geschichtsträchtiger Ort ist Stiklestad. Nur zwei Stunden Fahrt nördlich von Trondheim liegt die Stätte der berühmtesten Schlacht der norwegischen Geschichte.

„In der Schlacht von Stiklestad im Jahr 1030 nahm der christliche Wikinger-König Olav Haraldsson den Kampf gegen heimische Stammesführer auf. Später wurde er in Trondheim begraben und zum Heiligen erklärt. Seine sterblichen Überreste liegen heute irgendwo unter dem Fußboden des Nidarosdomen“, sagt Bratberg. „Der Legende nach wuchsen seine Nägel und Haare nach seinem Tod weiter.“ In Stiklestad wird das bedeutendste historische Ereignis des Landes tagtäglich überliefert und inszeniert. Am bekanntesten ist „Das Spiel um den Heiligen Olav“, das auf der großen Freiluftbühne stattfindet. Es wird im Rahmen weiterer Veranstaltungen rund um die historische Schlacht aufgeführt.

Die Stadt Trondheim, die Kultur der Region Trøndelag, Stiklestad und der Nidarosdomen sind nur einige Beispiele für das, was uns die alten Wikinger-Könige hinterlassen haben. Vielleicht wäre ein norwegisches Geschichtsbuch ohne diese Helden nicht gleich ein „leerer Einband“, wie Bratberg es ausdrückt. Es wäre jedoch zweifellos um ein Vielfaches ärmer.

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