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Wie Oslo Europas Musikhauptstadt wurde

Entgegen allen Erwartungen hat sich Oslo zu einer der Topdestinationen für Livemusik in Europa entwickelt – und zwar in fast jedem Genre.

Text: Mikael Lunde

Eigentlich gibt es in Oslo keine Mitternachtssonne. Aber so recht zum Untergehen kann sich die Sonne zur Mitsommerzeit auch nicht entschließen – sie treibt sich am Horizont herum, bis die Kids endlich eingeschlafen sind und die Luft geringfügig kühler wird. Aber die Stadt ist sehr lebendig.

Ständig gibt es in diesen langen, warmen Sommernächten Musik: von großen Festivals bis zu Veranstaltungen auf fast geheimen, kleinen Hinterhofbühnen. Jede Menge Musik. Oslo und sein Umland haben sich zu einer extrem lebhaften und vielfältigen Destination für Livemusik-Erlebnisse entwickelt. Kaum zu übertreffen, wenn man den Leuten glauben darf, die in der Branche arbeiten.

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Ganz oben dabei

„O ja, Oslo ist zurzeit einer der aufregendsten Plätze für Livemusik in Europa“, sagt Tord Krogtoft. Er ist der Leiter des populärsten jährlichen Musikfestivals der Stadt, Øya, und könnte daher ein bisschen voreingenommen sein. Aber auch wenn er keine Zeit hat, die Musik auf seinem eigenen Festival zu genießen, findet im übrigen Jahr fast täglich irgendeine Liveveranstaltung statt, die er sehen möchte. „Die Leute, die hier neue Klubs und Konzertlokale aufgemacht haben, sind talentiert, interessiert und zielstrebig dabei, eine vielfältige Umgebung für Livemusik zu schaffen. Es gibt Profis auf jeder Ebene“, sagt Krogtoft. „Mancher wird mir vielleicht widersprechen, wenn ich Oslo mit Paris oder London vergleiche, aber ich glaube wirklich, dass wir fast gleichauf mit ihnen liegen. Die Qualität der Osloer Musikszene ist nicht nur sehr hoch im Verhältnis zu unserer Größe, sondern auch im Vergleich zu Europa überhaupt.“

Tord Krogtoft
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Tord Krogtoft.
Photo: Tord Krogtoft

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Tord Krogtoft.
Photo: Tord Krogtoft
Oslo
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Oslo.
Photo: Erik Berg

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Oslo.
Photo: Erik Berg

Streamingdienste

Die Frage bleibt: Warum gerade hier und warum jetzt? „Die Musikszene ist so gewachsen, weil die Musiker in bisher nicht gekanntem Umfang auf die Einnahmen aus Live-Veranstaltungen angewiesen sind“, sagt Geir Ramnefjell, Kulturredakteur bei Dagbladet, einer der führenden norwegischen Zeitungen. Er glaubt, dass norwegische Künstler besonders betroffen sind, weil die Streamingdienste hierzulande so erfolgreich sind. „Immer weniger mittelgroße Interpreten verdienen Geld mit ihrer aufgenommenen Musik. Das bedeutet, dass sie stattdessen live auftreten und zu bekannten Livebands werden müssen. In diesem Sinne ist das eine sehr willkommene Entwicklung.“ Ramnefjell bezeichnet die intime Rockkonzerthalle Rockefeller als seinen Lieblingsveranstaltungsort in Oslo, nennt aber auch einen überraschenden Geheimtipp: „Es ist faszinierend, Pop- oder Rockkonzerte in der Oper zu hören. Es gibt bestimmte – meist grauhaarige – Bevölkerungsgruppen, die dort Veranstaltungen besuchen, denn die Stimmung dort ist wirklich gut. Das zeigt, wie groß und breit die Zuhörerschaft von Livemusik geworden ist“, meint er.

Gutes Klima

Und während hoch gehandelte Musiker ihre Tourneen früher weiter südlich beendeten, ist das inzwischen nicht mehr der Fall. Norwegische Zuhörer haben den Willen – und, ganz wichtig: das Geld – um Liveveranstaltungen zu besuchen. Es mag auch etwas mit dem Klima zu tun haben. Nach dem langen nordischen Winter öffnen sich die Norweger wie die Frühlingsblumen. Zur Zeit der sommerlichen Musikfestivals wird das Tageslicht als kostbare Ressource geschätzt. Die milden, sonnenhellen Nächte schaffen eine besondere Atmosphäre, die man einmal selbst erlebt haben muss.

Die Menschen strömen aus dem gesamten Osten des Landes zu Festivals wie dem Slottsfjell Festival in Tønsberg, eine kurze Autofahrt von Oslo entfernt – eine der konstant guten und beliebten Musikveranstaltungen in der Region. Vielleicht braucht es die kalten Winter, um das Gefühl von weichem Gras zu schätzen – sich mit Freunden zum Picknick niederzulassen und den Sommer, das Leben und die Musik zu genießen. Øya-Chef Tord Krogtoft bleibt in dieser Zeit in Oslo und geht zu Norwegian Wood. Während Øya jung und hip ist, ist Norwegian Wood klassisch, alte Schule. „Da bin ich ausdauernd, seit kurz nach 2000 war ich jedes Jahr dort“, sagt er.

Grefsenkollen
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Grefsenkollen.
Photo: Over Oslo

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Grefsenkollen.
Photo: Over Oslo

Endlose Tage

Die Stadt Oslo ist bekannt für ihre Lage zwischen dem Fjord und der „Marka“, den ausgedehnten, unberührten waldreichen Hügeln rund um die Stadt. Ein Festival namens OverOslo schaut in 370 Meter Höhe über die Stadt und den Fjord. „Hoch über der Stadt mit der untergehenden Sonne, auf allen Seiten von der Marka umgeben, ist die Location von OverOslo zweifellos eine Attraktion an sich“, sagt Festivalchef Lars Petter Fosdahl. „Da wir überwiegend auf norwegische und skandinavische Musiker setzen, sind andere Festivals beim internationalen Publikum vielleicht bekannter. Aber wenn Sie nach Oslo kommen, um Norwegen zu erleben, bekommen Sie hier eine ganze Menge davon.“

Dank des Veranstaltungstermins nahe Mitsommer erlebt man die Stadt beim OverOslo zur Zeit der längsten Tage, wenn es erst in der letzten Stunde vor Mitternacht dämmerig wird. „Das Licht dürfte vielen Musikern exotisch und einzigartig erscheinen“, sinniert Tord Krogtoft. „Sie sehen Bilder von dem unglaublichen Licht, den tollen Leuten, der sauberen Umwelt, und dann wollen sie herkommen. Uns, die wir hier leben, ist es manchmal gar nicht bewusst, aber in solch herrlichen Zeiten ist Oslo eine extrem schöne Stadt.“ Werfen Sie einen Blick auf die Veranstaltungen und sichern Sie sich die Karten.

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