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Henrik Ibsens Inspirationsreise durch Norwegen

1862 reiste Ibsen durch Norwegen um Mythen und Volksmärchen vom norwegischen Volk zu sammeln. Inspiration zu "Peer Gynt" fand er im Gudbrandsdalen Tal.
Gudbrandsdalen

Gudbrandsdalen

Ibsens Reise durch Norwegen und das Gudbrandsdalen Tal war die Inspirationsquelle für einige seiner bekanntesten Werke. Basierend auf den literarischen Studien von Ibsen selber, den Notizen und Artikeln, die er schrieb, sowie auch die Literatur, die von den Leuten geschrieben wurden ist, die Ibsen auf seiner Reise getroffen hat, können Sie Ibsens inspirierende Reise Tag für Tag folgen.

Sie können den Fußspuren Ibsen´s folgen und diese Route mit dem eigenen PKW oder den öffentlichen Verkehrsmitteln bereisen.

Werfen Sie einen Blick auf Google Maps um Ibsens Reise zu folgen.

Das Bedürfnis nach Inspiration

Ibsen war kein stolzer und selbstbewusster Mann, als er im Sommer 1862 durch das Gudbrandsdalen Tal reiste. Er war verzweifelt. Alles was der 34-Jährige Schriftsteller schrieb, wurde zunichtegemacht. Als Theaterregisseur bekam er finanzielle Probleme und als das Theater insolvent ging, wurde er arbeitslos.

Ibsens private Finanzlage war so schlecht, dass er sogar Probleme bekam, seine Frau, den gemeinsamen 2-jährigen Sohn und sich selbst zu versorgen. Die Tatsachen, dass er mit dem Trinken anfing und seine, seit dem Selbstmordversuch im Jahr zuvor, angeschlagene Gesundheit, machten die Situation nicht besser. Seine überfälligen Kleinkredite für Dinge, wie Kleidung, Schuhe und Miete wurden zu Gerichtsverfahren und es drohte ihm Privatinsolvenz.

Während des Frühjahrs 1862 war Ibsen erschöpft und arbeitslos. In seiner Panik, bewarb er sich für ein Stipendium um Mythen und Volksmärchen von den Leuten aus den Tälern Norwegens sammeln zu können, wie viele andere Schriftsteller zu dieser Zeit auch. Am 14. März hatte er seine Bewerbung für Stipendiengelder in Höhe von 120 Specidaler (alte norwegische Währung) für eine zweimonatige Reise an die Universität gesandt. Ihm wurden 110 Specidaler bewilligt. Seine Reise plante er durch Gudbrandsdalen Tal, über das Sognefjell zum Lysterfjorden in Sogn, über Lærdal nach Sunnfjord und Nordfjord und nach Vestnes in Møre und Romsdal.

24. Juni 1862, die Reise beginnt  

Ibsen fuhr von Christiania (die Stadt änderte ihren Namen 1925 in das heutige Oslo) mit dem Zug nach Eidsvoll und von da aus mit dem Raddampfer „The Queen" weiter nach Lillehammer. Ob Ibsen der richtige Mann für diese Aufgabe war, kann diskutiert werden.

Den Mythen nach, starben Menschen der geselligen und narrativen Art den Schwarzen Tod – und Ibsen selber war kein Charmeur. Er war ein armer, nervöser, introvertierter, betrunkener und unangenehmer Zeitgeist.

Um 22:00 Uhr erreichte er die Unterkunft Frederiks Hotell in Lillehammer. Der Gastgeber war stur, doch seine Frau war sympathisch. Das Essen und die Unterkunft waren einwandfrei. Er genoss seinen Aufenthalt dort und verließ das Hotel nicht vor dem späten Vormittag am Tag danach.

25. Juni

Ibsen startete um 10:30 Uhr seine Weiterreise. Unterwegs traf er einen Bauern aus Lom, der ihm erzählte, dass er für illegale Kohleverbrennung im Gefängnis bei Wasser und Brot gewesen sei. Ibsens Weg führte weiter Richtung Norden, wo er 14 Uhr am alten Moshus Bahnhof, unterhalb der Kirche in Øyer, ankam. Schlechter Service, keine Ehefrau auf dem Hof, aber das Essen war gut. Er ging im Lågen, dem Fluss der durch das Gudbrandsdalen Tal fließt, angeln.

26. Juni

Ibsen war sehr erfreut, seinen Freund Andreas Isachsen in Moshus zu treffen. Er war ein kontaktfreudiger und geselliger Schauspieler vom „Norwegischen Theater" in Bergen und dem „Christiania Norwegischen Theater". Sie reisten gemeinsam in den Norden weiter und nahmen eine Postkutsche nach Holmen. Sie gingen angeln und trafen den bekannten Telefgrafiedirektor Carsten Tank Nielsen und dessen Sohn Yngve.

Später wurde Yngve Professor für Ethnographie und 1906 schrieb er im Jahresbuch des Tourismusverbandes über sein Treffen mit Ibsen. Ibsen notierte, dass sie am Bahnhof Holmen, gemeinsam gegessen haben: „Spekemat" (luftgetrocknete, gesalzene Wurst), Eier, Kaffee und gesalzene Butter.

Viele Jahre später erzählte Isachsen Yngve Nielsen:

„Du und Dein Vater, ihr seid in knielangen Hosen herumgelaufen, was zur damaligen Zeit wohl kein andere Reisende getan hat. Aber Ibsen fand es interessant. Er dachte viel über diese praktische Verbesserung für Reisekleider nach und als wir in Vågå ankamen, entschied Ibsen für sich, diese Idee umzusetzen. Seine eigenen langen Hosen waren so zerschlissen, dass er meinte, es sei an der Zeit, den unteren Teil der Hose abzuschneiden und so seine Hose zu Knickerbockern zu machen."

Ein Bauer ruderte sie über den Fluss Losna. Er erzählte ihnen das Märchen von dem Seeungeheuer, das Ibsen aber bereits aus den Erzählungen von Andreas Fayes „Norwegische Volksmärchen" (1844) kannte und deswegen nicht aufschrieb.

27. Juni

Ibsen und Isachsen reisten weitere 2 Meilen (norwegisches Längenmaß, entspricht 20 km). Mit der Pferdekutsche fuhren sie nach Elstad, nahe der Ringebu Stabkirche. Der Gastgeber war freundlich, das Essen war gut mit der Möglichkeit zu duschen und zu angeln.

28. Juni

Späte Abreise und eine lange und ermüdende Wanderung nach Listad in Fron, wo die Unterkunft teuer war.

29. Juni – 1. Juli

Auf den nächsten 50 Kilometern kamen sie an Hundorp, Sødorp und Kvam vorbei. Für das letzte Stück hinauf zum Bahnhof Loftsgård in Otta, fuhren sie mit der Kutsche und ein Pferdegespann führte sie weiter hinauf nach Åsåren. Als sie dort ankamen, wurde ihnen ein Sonntagsessen serviert. "Wunderbare Menschen auf dem Bauernhof", waren die Notizen von Ibsen. Sie blieben hier 3 Tage.

Dem Volksmund nach, lief Ibsen, als das Wetter so schlecht war, unruhig auf dem Bauernhof umher. Er versuchte die Berge von Sel zu erwandern, musste jedoch umkehren.

2. Juli

Nach Vågå reiste er mit dem Pferdegespann. In Lalm trennten sich die Wege von ihm und seinem Reisefreund Isachsen. Er wurde mürrisch, nachdem sein Freund Isachsen ihn verlassen hatte. Im strömenden Regen folgte Ibsen dem Vågå Fluss bis er den Bahnhof Sve erreichte. Von Sve weiter nach Garmo wurde er über das Wasser von Vågåmo aus gerudert. Hier hatte er Zeit, eine der ältesten Stabkirchen des Landes zu erkunden (diese Kirche wurde später in das historische Museum Maihaugen in Lillehammer umgesetzt).

Ibsen wurde zugetragen, dass Ole Kløvstugu etwas Übersinnliches in den Bergen widerfahren sei. Aber Ibsen hatte schon viele dieser Geschichten gehört. Er machte sich jedoch immer Notizen zu den Geschichten, die die Leute erzählten.

„Es war einmal ein Mann, namens Erik. Er wollte in den Bergen nach einem Pferd schauen, als sich plötzlich der Berg wie ein Tor vor ihm öffnete. Es war wunderschön, als wenn der Berg nach ihm riefe und ihn magisch anzog. Er lief so schnell er konnte und als er sich wagte noch einmal umzusehen, da war der Berg wieder geschlossen und nichts war mehr zu sehen."

Diese Geschichten haben keinen großen Stellenwert in der norwegischen Volkskultur, doch einige erinnern uns an Nymphen, Trolle und andere teuflische Kreaturen, die in den Bergen umher treiben. Auch Peer Gynt traf diese, als er mit der Braut von Hegstad abgehauen ist.

Die letzten 15 Kilometer nach Lom setzte Ibsen zu Fuß fort.

3. Juli

Nun ist Ibsen in Lom. Am Abend besucht er das Pfarramt, wo er zusammen mit dem Prediger Julius Aars und dessen Tochter Elise den Abend verbrachte. Ibsen verhielt sich zurückgezogen, launisch und ruhig. Die Bauerntochter versuchte mit ihm ins Gespräch zu kommen und erzählte ihm unter anderem von der der gierigen und kaltherzigen Mari Graffer, die in Ibsen´s Werk „Brand" charakteristisch beschrieben wurde.

Ibsen´s Tagebuch „Lømsdaler – Markedet" ( Die Einwohner Loms – der Markt) nach, ist es zu vermuten, dass Ibsen im Gudbrandsdalen Tal erlebte, was es heißt zu Leben. Denn als er da war, war Marktzeit und das hieß: Fiedelmusik, Tanz und Mondschein (hausgemachter Schnaps). Diese charakteristische Lebensweise verwendete er an einigen Stellen in der Geschichte über "Peer Gynt".

Im Pfarramt traf er den katholischen Prediger Christopher Holfeldt-Houen aus Bergen und den 23-jährigen Jurist Ludvig Mariboe Benjamin Aubert, dem Verlobten von Elise Aars. Ibsen änderte seine Reisepläne und schloss sich ihnen an. Elise Aubert schreibt 1902 über diesen Besuch in „Fra den gamle presegaarde" („Aus den alten Pfarrhäusern").

4. Juli

Über Bøverdalen reiste Ibsen weiter nach Røysheim, einem alten und traditionellen Bahnhof, wo sie Pferde mieteten. Ein wenig weiter talaufwärts verließen sie die Hauptstraße und setzen die Reise nördlich von Geithø fort. Dem Dalsvatnet folgend in Richtung Presteseter. 22:00 Uhr sind sie dort angekommen.

5. Juli

4:00 Uhr morgens ging die Reise weiter. Durch das Breiseterdalen, einem unwegsamen Gelände, hinauf zum Sognefjellet, 20 Kilometer über hohe Bergen und einem steilem Abstieg Richtung Lustrafjorden (1898 erzählt er seinem Verleger William Archer über diesen dramatischen Abstieg). Auf der Hochebene schlägt das gute Wetter um (hierzu ist eine kurze Bemerkung in seinem Tagebuch zu finden). Nach einer 16-stündigen Wanderung erreichen sie 20:00 Uhr Skjolden.

11 Tage sind seit dem Beginn seiner Reise in Christiania vergangen. Endlich in Vestlandet (Westküste Norwegens).

6. Juli

Mit dem Dampfschiff reiste Ibsen nach Lærdal. Da er schon viele Male zwischen Bergen und Christiania hin – und herreiste, war er auch vorher schon mal in Lærdal gewesen. Das Dampfschiff hatte in Lærdal bis Mitternacht Aufenthalt, bevor es weiter Richtung Aurland fuhr. Ibsen und seine Weggefährten nutzen die Zeit, sich im Hotel zu entspannen.

7. Juli

Erneut reiste Ibsen mit dem Dampfschiff und erreichte Vadheim in Sunnfjord um 15:00 Uhr. Von hier aus reiste er alleine weiter nach Sande, wo er eine Nacht blieb.

8. Juli

Ibsen lief von Sande nach Vassenden, wo der Fluss in das Jølstravatnet fließt. Er wanderte weiter zum Breimsvatnet.

9. Juli

Sehr wahrscheinlich wurde Ibsen mit dem Ruderboot in die kleine Stadt Re, wo er die Nacht überblieb, gerudert. Er genoss den Aufenthalt in Re und in seinem Artikel an die „Illustrert Nyhetsblad" (Illustriertes Nachrichtenmagazin) schrieb er:

"In der Gegend im oberen Teil des Breimsvatnet, gibt es einen der seltenen Blicke in unserem Land, wo die Bergnatur sich in ihrem wildesten Winterkostüm dem Land erschließt. Hier können Sie, wie am Ullensvangstranden im Hardanger, unter blühenden Obstbäumen spazieren gehen und die mächtigen Eisberge durch die Baumblätter sehen.

Es ist der „Nordfjordsbreen" ( Nordfjord Gletscher), ein Teil des Jostedalsbreen, der sich dort die Hügel abwärts bewegt. Das Breheimsvatnet und seine Umgebung, von den Touristen weniger besucht als es verdient, beginnt gute 5 Kilometer vom Jølstervatnet entfernt. Diese kleine Straße hat einen Teil zu bieten, den man in Großartigkeit und Vollkommenheit mit dem Romsdalen oder den außergewöhnlichen Orten im Bøverdalen, wo alle Straßen von Bergen umgeben sind, vergleichen kann.

Die Straße ist nichts, außer ein Riss zwischen steilen, monströsen zerklüftete Bergwänden mit abgebrochenen Spitzen und Felsen, so groß, dass man eine ganze Kathedrale mit ihnen füllen kann. Den gleichen wilden Charakter hat das Breheimsvatn auf den ersten Kilometern, von da aus weitet es sich jedoch auf flache Felder aus.

Von Reed, dem Postweg, geht es etwa 610 Höhenmeter über eine Berg. Der Anstieg ist anstrengend aber der Abstieg auf der anderen Seite ist einiges schlimmer. Wie auch immer, man wird diese Wanderung nicht bereuen und wenn man erst da ist, man nach Utvik runter schaut, zum Stadtkaufmann, Herr Hammer, ein gebildeter und sympathischer Mann, dann könnte man jeder Herausforderung gerecht werden, die Reisende in unserem Land mit ein paar Münzen finanzieren."

10. Juli

Ibsen reiste weiter über die Berge und erreicht Utvik in Innvikfjorden. Von hier ging seine Reise über den Fjord nach Faleide im Nordfjord. Er wanderte bis zum Hornindalsvatn und durch Hornindalen durch nach Hellesylt, wo er sich einige Tage aufhielt.

11. - 12. Juli

Nachgewiesen ist, dass Ibsen sich die ersten Tage bei dem Kaufmann A. H. Jessen in Hellesylt aufhielt und dass er einige Tage in der Stadt blieb. Die Art und Weise wie er im Illustrierten Nachrichtenmagazin schrieb, lässt vermuten, dass er die kleinen Orte kennenlernte, bevor sie beliebte Ausflugsziele wurden. Er schrieb wie einer professioneller Tourismusmanager von heute.

13. - 15. Juli

Ein Gläubiger und Kirchengänger war Ibsen nicht. Es wird jedoch angenommen, dass Ibsen während seines Aufenthaltes die Kirche in Hellesylt besuchte. Einer der Einheimischen, Ole Barmann schrieb in seinem Buch:

Eines Tages, L. Ringdal, ein guter Freund, kam zum Prediger und wollte mit ihm alleine sprechen.
„Welche Neuigkeiten gibt es, Ringdal?", fragte ich. 
„Ja", sagte er, „ein Fremder ist in Hellesylt angekommen. Er selbst nennt sich Henrik Ibsen und sagt, er sei Student." 
Ich antwortete ihm, dass wir damit nichts zu tun haben.. 
„Nein, das ist wahr," stimmte Ringdal zu, „aber er ist ein merkwürdiger Mann." 
„Was ist so merkwürdig an ihm", fragte ich. 
„Ja, er fragt die Leute über alles mögliche und das, was sie antworten, schreibt er auf." war Ringdal´s Antwort. 
„Oh, es gibt viele Leute, die das tun, ich denke, der Mann hat wahrscheinlich Spaß dabei." 
„Ja schon, aber es ist etwas was noch schlimmer ist", sagt Ringdal, „er ist ein Freidenker". 
„Aber das ist nicht unser Problem", kommentierte ich. 
„Nein",antwortet Ringdal, „aber mein Anliegen war, dass der Prediger vorsichtig ist, mit dem was er dem Mann sagt, der den Prediger treffen möchte. Sodass es keinen Streit bei dem Treffen gibt." 
Ich versprach dies und fragte Ringdal, ob er den Mann in die Kirche begleiten und Zeuge der Unterhaltung sein möchte. Ringdal war wie immer nicht zufrieden. 
„Aber was, wenn der Mann die Kirche am Sonntag besucht. Der Prediger sollte vorsichtig sein, mit dem was er sagt. Er kann einen Schriftsteller nicht trauen."
„Ringdal", sagte ich, „denkst du nicht, dass es das Beste ist, dass alle Freidenker, die eventuell in die Kirche kommen, Eindrücke von einer christlichen Zeremonie bekommen können." 
Einige Tage später, kam Ringdal zusammen mit Ibsen und beide waren sehr nett. Ibsen sprach mit der Ehefrau des Predigers über Lawinen und Steinschläge. Wir trennten uns freundlich aber Ringdal meinte, das Schlimmste kommt noch.

Wie auch immer, Ibsen schrieb nicht über diese Leute und deren Kirche. Vielmehr kritisierte er eine andere Kirche in seinem Brief.

Ab dem 16. Juli

Ibsen nahm das Dampfschiff von Hellesylt durch den Geiranger und besichtigte „De syv søstre" (Die sieben Schwestern). Er setzte seine Reise Richtung Sjøholt fort, um einen Freund zu besuchen.

Er blieb hier einige Tage, hat allerdings nichts über diese Zeit in seinen Notizen vermerkt. Ibsen reiste zu einem nahegelegenen Bauernhof um einen Mann zu besuchen, der ein Talent ist, Geschichten zu erzählen. Ibsen sammelte viele Volksmärchen und Mythen bevor er weiterreiste.

Es ist ungewiss, welche Route Ibsen von Sjøholt aus nahm. Belegt ist, dass er nach Vestnes reiste aber von hier an gibt es keine Notizen von Ibsen selber. Er könnte durch das Romsdalen gereist sein, vorbei an Trollveggen und weiter nach Dovre oder vielleicht reiste er zurück durch den Geiranger und hinüber nach Lom und Otta. Er könnte auch nach Åndalsnes gereist sein und von da aus mit dem Boot zurück nach Christiania. Aber bezugnehmend auf die Erzählungen der Einheimischen im Gudbrandsdalen Tal, so blieb Ibsen auf seinem Rückweg ein paar Stunden in Vinstra.

Entsprechend der lokalen Historiker aus dem Gudbrandsdalen Tal, war Ibsen ein Tag in Lunde und auf seiner Rückreise besuchte er auch Hågå, wo er mehr über über den Jäger Per Gynt hörte. Einige Historiker behaupten auch, dass Ibsen sich auf dem Weg nach Hause in Sødorp, nahe Vinstra, aufhielt. Somit ist bekannt, dass Ibsen ein paar Stunden im Tal verweilte und so die Inspiration bekam, das dramatische Gedicht „Peer Gynt", aus einer wahrhaftigen Erzählung heraus, zu schreiben.

12. August 1862, Die Rückkehr eines inspirierten Autors

Dokumente belegen, dass Ibsen zur geplanten Zeit zurück in Christiania war. Dem Senat hat Ibsen versprochen, ein Buch mit 70 bis 80 verschiedenen Volksmärchen von seiner Reise durch Norwegen zu veröffentlichen. Dafür erhielt er eine großzügige Vorauszahlung, doch das Buch wurde nie gedruckt. Das Einzige, was veröffentlicht wurde, waren vier Geschichten und ein paar Sketche. Eine der Geschichten, die er akribisch niedergeschrieben hatte, war, wie Menschen an Kreaturen, die in den Bergen leben, glaubten – Geschichten wie über den Trollkönig in "Peer Gynt".

Es gibt keine Zweifel, dass diese Reise mit all ihren Visionen, Erfahrungen und Geschichten Ibsen viele Impulse und Anregungen für seinen Durchbruch mit den Werken „Brand" und „Peer Gynt" gab. Es ist auch interessant zu sehen, dass viele seiner Beschreibungen über die Natur und die Landschaft, in diesen Werken identisch mit den Textstellen in seinen Reisebeschreibungen sind. Auch wenn einige Pedanten sich darüber beschwert haben, dass bestimmte Darstellungen nicht richtig seien.

Ibsens Probleme häuften sich nach seiner Rückkehr. Die Stipendiumbewerbung, um in Europa zu reisen und mehr Inspiration zu bekommen, wurde bewilligt. So verließ er umgehend das Land, um so seinen Gläubigern zu entkommen. Kurz nach seiner Abreise, wurde alle seine Besitztümer in einer Zwangsversteigerung verkauft. Bei seinem größten Gläubiger konnte er zwei Drittel der Schulden tilgen, doch all seine Geschichten und Märchen, die Ibsen auf seinen Reisen sammelte, gingen in diesem Prozess verloren.

Wie auch immer, während seines Aufenthaltes in Italien, schrieb er das literarische Werk „Brand" und den Anfang von "Peer Gynt". Mit anderen Worten, Ibsen´s Flucht aus Norwegen war bei weitem nicht so verkehrt gewesen.

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