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Edvard Munch und Peer Gynt

Edvard Munch malte Momente, gefühls- und bedeutungsgeladene Augenblicke, die denen gleichen, die das Theater für sein Publikum kreiert.
Vampyr

Der Augenblick als Peer Gynt im Gras liegt und in dem aus dem Himmel eine ihm folgende Menschenmenge wird ... der Herrscher. Der Augenblick als Peer Ingrid verführt und vor der Hochzeit in Hegstad flieht. Der Augenblick als Peer angsterfüllt vor den Männern wegläuft, die hinter ihm her sind, nachdem er die Braut entführte; der Tod von Mutter Aase; der Tanz von Anitra; und last, but not least das Treffen von all diesen Frauen, Mutter Aase, Ingrid, Solveig, die Frau in grün, Anitra ...

Der Kunstmaler Edvard Munch

Munch war vier Jahre alt als Peer Gynt geschrieben wurde. Er wuchs auf und wurde in einer Zeit Maler, in der Ibsens literarisches Schaffenswerk und Theaterstücke einen großen Einfluss ausübten.

Was für ein Maler war Munch an sich und was wollte er mit seinen Gemälden zum Ausdruck bringen? Wie die Literatur für Ibsen so waren die Gemälde für Munch eine Entdeckung des Menschen und des Geistes. Für ihn projiziert der menschliche Geist, wer wir sind und wie wir die Welt betrachten. Unsere Angst und Furcht beeinträchtigt unsere Wahrnehmung der Welt um uns herum. Deshalb sind die Einzelheiten eines Gemäldes unwichtig; es geht vielmehr um die Stimmung, die der Betrachter verspürt, wenn er das Bild sieht. Und diese Stimmungen sind Teil des Augenblicks. Doch der Augenblick ist vorübergehend und es dauert, ihn auf die Leinwand zu malen. Und was Munch tut, ist den Augenblick zu malen, so wie er sich an ihn erinnert. Häufig verwendete er diese Augenblicke der Erinnerung erneut auf unterschiedliche Art und Weise. Das ist seine Arbeitsmethode und sie ist zudem ein Erkennungszeichen seiner berühmtesten Gemälde.

Das Theater kann ebenso intensive Augenblicke schaffen, weil die Erfahrung existiert – jetzt während eines Stücks – und endet, wenn der Vorhang fällt und die Zuschauer applaudieren. Was ein Theaterstück bei uns hinterlässt, sind nur Erinnerungen an etwas – so hofft man – das uns beeindruckte. Vielleicht ist es gar nicht so eigenartig, dass das Theater Edvard Munch zum Malen von Gemälden inspirierte. Was er jedoch malte, zeichnete oder grafisch porträtierte, musste stets ein Gefühl in ihm regen. Viele Szenen von Ibsens Stücken riefen offensichtlich genau dies in ihm hervor. Er stellte Situationen und Begebenheiten vieler Dramen Ibsens dar, u. a. "Die Kronprätenden", "Gespenster", "Hedda Gabler", "John Gabriel Borkman", "Wenn wir die Toten erwachen" und selbstverständlich "Peer Gynt".

Beflügelt durch Peer Gynt

Edvard Munch schuf mehrere Skizzen und Zeichnungen von Personen und Szenen von Peer Gynt. Die meisten davon sind recht alt und stammen aus den Jahren 1906-1930. Viele Skizzen sind grob, mit schneller Linienführung von divergierender Qualität gezeichnet.

Schon 1896 erhielt er den Zuschlag ein Programmplakat für die Inszenierung von Peer Gynt am Théâtre de l'Oeuvre von Lungé-Poe in Paris (1896) anzufertigen. Das von ihm für die Zeichnungen gewählte Motiv waren zwei Frauen des Dramas: Solveig, seitlich von hinten betrachtet, und Mutter Aase mit einem nahezu aufdringlich nahen und abgekämpften Gesichtsausdruck. Auf dem Plakat schaut Solveig nach innen, zu einer steilen, schneebedeckten Berglandschaft mit einer kleinen Kirche, die ein Dorf andeutet.

Die beiden Frauen sind kein Zufallsmotiv, denn Edvard Munch findet ein Thema, zu dem er immer wieder zurückkehrt. Das kommt insbesondere in "Zwei Frauen am Strand" (1898) zum Vorschein. Die ältere Frau ist in diesem Werk schwarz gekleidet, und die Berge ersetzte er durch den Ozean.

Die junge Frau mit langem Haar ist wie gewöhnlich vom Betrachter abgewendet. In Munchs Schaffenswerk findet man auch mehrere Orte wie in "Detachment I and II" (1896) und "Junge Frau am Strand (Die Einsame)" (1896). Dabei könnte es sich um Edvard Munchs verstorbene Schwester Sophie handeln, deren Tod er ein Leben lang nicht überwand. Dasselbe Mädchen wird ebenfalls sterbend in "Das kranke Kind" dargestellt. Es könnte Solveig aus Peer Gynt sein, die in Munchs Gefühlswelt Sophie erweckt.

Ein weiteres, wichtiges Thema in munchschen Zeichnungen von Peer Gynt ist Mutter Aases Tod. Es ist vorstellbar, dass Peer mit seiner Phantasie und seinem dichterischen Talent seine Mutter traf, die er verarmt im Hause seiner Kindheit zurückgelassen hatte. Edvard Munch konnte sich selbst in dieser Lebenslage erkennen.

Ferner gibt es mehrere Zeichnungen mit weicher Linienführung von Anitras Tanz, für die Ingeborg Kaurin von 1911-15 Modell stand. Einige wagemutigere Nacktzeichnungen entstanden 1830.

Häufig malte Edvard Munch sein eigenes Gesicht in die Figuren von Peer Gynt. Im Drama ist er Peer und er erkennt sich in verschiedenen Lebenssituationen wieder, von denen das Stück so viele hat.

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"Peer Gynt" am See Gålåvatnet

Ibsen und Munch

Edvard Munch malte außerdem Porträts von Henrik Ibsen. Henrik Ibsen war, als sich Edvard Munch in der Kunstszene etablierte, 35 Jahre älter und international berühmt. Persönlich kannten Sie sich nicht. Bekannt ist jedoch, dass Henrik Ibsen Edvard Munch schätzte und er ihn während eines kritischen Zeitraums in seiner Laufbahn unterstützte.

Norwegens Presse und Publikum hatten Edvard Munch zum Gespött gemacht und hinzukam ein Skandal in Berlin. Henrik Ibsen machte eine einfache Geste. Er unterbrach seine Routine einen Augenblick lang und setze sich an Edvard Munchs Tisch im Grand Café. Sie sprachen ein paar freundliche Worte, bevor er wieder ging. Dies hinterließ auf Edvard Munch einen unvergesslichen Eindruck.

Noch wichtiger war die Zusammenkunft anlässlich der Ausstellung von Edvard Munch bei Blomquist in der Karl Johan Straße im Jahr 1895. Dort zählten auch die Gemälde des "Lebensfrieses" mit zu den Exponaten. Die Ausstellung eroberte die norwegischen Zeitungen im Sturm, und im "Studentersamfundet" erklärte Dr. Johan Scharffenberg, dass Edvard Munch geisteskrank sei. Daraufhin beschloss Henrik Ibsen, sich die Ausstellung selbst anzusehen, worüber sogar die französischen Presse berichtete. Edvard Munch zeigte Henrik Ibsen seine Werke, der sich Zeit nahm, Interesse bekundete und ihm Verständnis entgegenbrachte. Zudem heißt es, dass er zu Edvard Munch gesagt hätte: "Es interessiert mich sehr, glauben Sie mir, Ihnen wird dasselbe widerfahren wie mir: je mehr Feinde, desto mehr Freunde."

Autor: Hans Herlof Grelland zum Peer Gynt-Festival 2014.

Verquickung von Munch und Ibsen

Das Munch-Museum in Oslo wartet während des Peer Gynt Festivals auf Ihren Besuch, damit Sie die Gemälde von Edvard Munch für sich entdecken. Anschließend geht's zum Theaterstück "Peer Gynt" am See Gålåvatnet im Gudbrandsdalen Tal. Dort sehen Sie, wie Ibsens Drama den munchschen Gemälden Pate stand, die wiederum die Inszenierung in Gålå prägten.

Henrik Ibsen

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Mehr über das Peer Gynt Festival

Mehr über das Peer Gynt Festivalprogramm und wie Sie Ihre Reise planen.
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Mehr über Peer Gynt

Erfahren Sie mehr über Ibsens "Peer Gynt" und den historischen Per Gynt aus Gudbrandsdalen Tal.
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Reisen mit Peer Gynt

Finden Sie Ihren Weg zum Peer Gynt Festival sowie Ausflüge, um Ihr Festivalerlebnis zu bereichern.
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